Im Gespräch mit: Bahn-Infrastruktur-Vorstand Stefan Garber
„Wir bauen so viel wie nie zuvor“

„Marode“, „veraltet“, „nicht gewartet“: Am Schienennetz der Deutschen Bahn wurde in letzter Zeit kaum ein gutes Haar gelassen. Stefan Garber, Vorstand Infrastruktur und Dienstleistung bei der Bahn, steuert gegen. Er meint, dass die Bahn ihr Netz neuerdings hervorragend in Schuss hält.

Herr Garber, Kritiker der Teilprivatisierung behaupten, die Bahn würde sich unter dem Druck eines Finanzinvestors in großem Stil von schwach ausgelasteten Nebenstrecken trennen.

Einmal abgesehen davon, dass wir unser Geld mit befahrenen und nicht mit still gelegten Strecken verdienen, fehlt mir auch juristisch die Fantasie, wie wir das tun sollten. Es gibt ein genau festgelegtes rechtliches Verfahren zur Stilllegung, das die Bahn überhaupt nicht beeinflussen kann. Das haben die Länder selbst in der Hand.

Warum die Länder? Strecken legt doch die Bahn still?

Solange die Länder bei uns oder unseren Mitbewerbern Verkehre mit den vom Bund bereit gestellten Regionalisierungsmitteln bestellen, wird das Eisenbahn-Bundesamt keinen einzigen Kilometer Strecke stilllegen.

Aber die Kritik am schlechten Zustand des Netzes ist berechtigt.

Wir haben im März eine umfassende Erneuerung unseres Schienennetzes angekündigt. Derzeit bauen wir so viel wie nie zuvor. Ein erster Erfolg ist die Halbierung der Zahl der Langsamfahrstellen in diesem Jahr, und das geht tendenziell in den Folgejahren so weiter. Allein 2007 fließen 1,2 Milliarden Euro in die Erneuerung von Schienen, Schwellen und Schotter – so viel wie noch nie.

Wie kommt das so plötzlich?

Uns war immer klar, wenn wir unter rollendem Rad, das heißt bei laufendem Betrieb, so massiv bauen, brauchen wir dazu eine verlässliche Strategie. Mit „Pro Netz“ verfügen wir jetzt über eine solche Strategie, die es uns ermöglicht, auf 600 Baustellen und mehr pro Tag zu arbeiten und gleichzeitig einen verlässlichen Eisenbahnverkehr zu ermöglichen. Bestes Beispiel war die Großbaustelle zwischen Hamburg und Hannover. Über Wochen war hier nur ein eingleisiger Betrieb möglich, und es hat dennoch funktioniert.

Läuft das Programm weiter?

Ja, ermutigt durch die reibungslose Abwicklung in diesem Jahr, planen wir 2008 bis zu 260 größere Baumaßnahmen. Das sind doppelt so viel wie in diesem Jahr.

Zuletzt konnte die Bahn die Mittel des Bundes für den Erhalt des Schienennetzes gar nicht vollständig ausgeben, weil sie zu wenig Baumaßnahmen geplant hatte.

Jetzt haben wir eher das umgekehrte Problem. Wir werden alle zur Verfügung stehenden Mittel abrufen.

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