Im Gespräch mit:
„Wie Kölsch und Alt“

Die Messen in Düsseldorf und Köln gelten in Deutschland immer wieder als Kandidaten für eine Fusion. Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, sagt im Gespräch mit dem Handelsblatt, warum das nicht passt und wann ein Zusammenschluss Sinn ergeben würde.

In Paris gehen die Veranstalter zusammen. Hat das Signalwirkung für die an Überkapazitäten leidende deutsche Messebranche?

Deutschland ist im Bereich der internationalen Messen, also den Messen mit einem hohen Anteil an internationalen Ausstellern und Besuchern, führend. Fünf der zehn umsatzstärksten Messegesellschaften der Welt haben ihren Sitz in Deutschland, zwei Drittel der global führenden Messen finden hierzulande statt. Wir müssen uns also nicht verstecken! Natürlich werden wir die Weiterentwicklung des Pariser Zusammenschlusses ganz genau beobachten. Eine Signalwirkung sehe ich jedoch nicht. Es ist doch so: Wir müssen unser Handeln auf unsere Messemärkte konzentrieren und diese ständig weiterentwickeln. Das schließt auch nicht aus, dass wir – wenn es sinnvoll ist – Kooperationen mit Partnern im Inland oder Ausland eingehen.

In Deutschland gelten Düsseldorf und Köln immer wieder als Kandidaten für eine Fusion.

Zum Thema Köln und Düsseldorf nur so viel: Unsere Messen sind wie Kölsch und Alt. Das passt nicht zusammen. Die Unternehmenskulturen und -philosophien sind zu unterschiedlich. Wir wissen, wovon wir sprechen: Ein Beispiel ist unsere 15- prozentige Beteiligung an der Messe Essen, die ebenso wenig funktioniert hat wie unsere Kooperation mit der Köln Messe in Indien. Der Kauf der Messe Brünn hingegen ist ein Beispiel für einen erfolgreichen Zusammenschluss. Hier hält die Messe Düsseldorf – anders als ursprünglich geplant – die Mehrheitsbeteiligung.

Wann würde ein Zusammenschluss Sinn ergeben?

Eins und eins muss immer mehr als zwei ergeben – ansonsten ist eine Zusammenarbeit nicht sinnvoll. Für die Messe Düsseldorf heißt das, dass wir keine Zusammenarbeit auf dem deutschen Markt anstreben, nur um zu fusionieren. Wir versuchen jedoch, unsere Marktposition auszubauen, und sind grundsätzlich für Zusammenschlüsse offen. Ein gutes Beispiel ist unser Gemeinschaftsunternehmen in Schanghai. Hier bilden wir mit den Messegesellschaften Hannover und München eine strategische Allianz, die erfolgreich funktioniert: Schon heute ist Shanghai New International Expo Centre (SNIEC) das modernste und mit 84 Veranstaltungen das am besten ausgelastete Messegelände in China.

Was halten Sie von einer Spezialisierung etwa von Köln auf Konsumgüter- und von Düsseldorf auf Investitionsgütermessen?

Natürlich konzentrieren wir uns auf unsere Kernkompetenzen. Die Messe Düsseldorf hat mit so bedeutenden Leitmessen wie der Drupa, der Kunststoffmesse K, der Interpack oder der Medica einen Schwerpunkt auf dem Investitionsgüterbereich. Denn nur durch eine Konzentration auf ihre Stärken kann eine Messegesellschaft mit Erfolg am Markt bestehen. Allerdings kann eine Spezialisierung nicht von außen vorgegeben werden. Sie können keinen Aussteller zwingen, von jetzt auf gleich seine Messe vom Standort A an den Standort B zu verlegen, nur weil zwei Gesellschaften beschlossen haben, ihre Messen in Konsum- und Investitionsgütermessen zu unterscheiden.

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