Im Herbst
Metro könnte Neustart für Russland-IPO wagen

Wegen der Ukraine-Krise hatte die Metro die Pläne für einen teilweise Börsengang der Russland-Tochter auf Eis gelegt. Sollte sich die Lage beruhigen, könnte es im Herbst doch noch zu der Aktienausgabe kommen.
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Düsseldorf/MoskauDer Handelsriese Metro könnte Insidern zufolge die Pläne für den Börsengang seines russischen Großmarktgeschäfts schon bald wieder aus der Schublade holen. Bei einer weiteren Stabilisierung der politischen Situation rund um die Ukraine-Krise sowie des Rubel-Kurses sei eine Wiederaufnahme der Pläne zum Ende des dritten Quartals nicht unrealistisch, erfuhr Reuters am Donnerstag aus Unternehmens- und Finanzkreisen. Die Chancen für einen IPO stünden dann „nicht schlecht“. Metro könne die Vorbereitungen für den Börsengang im Herbst wieder aufnehmen, sagte auch ein weiterer Insider.

Ein Metro-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren. Er bekräftigte aber, dass Metro an den Börsenplänen festhalte, gleichzeitig aber „die richtigen Kapitalmarktbedingungen“ benötige. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen sei dies „derzeit“ nicht der Fall.

In der Ukraine-Krise hatte es zuletzt Entspannungssignale aus Moskau gegeben, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin hatten am Donnerstag über eine längere Waffenruhe in der Ostukraine telefoniert. Auch beim Rubel und an der russischen Börse stehen die Zeichen mittlerweile auf Erholung, nachdem es im März noch zu panikartigen Verkäufen gekommen war.

Metro-Chef Olaf Koch hatte ursprünglich einen Termin um Ostern für den milliardenschweren Börsengang angepeilt. Wegen der Krim-Krise hatte er die Pläne aber auf Eis gelegt. Ohne stabile Rahmenbedingungen sei ein Börsengang nicht sinnvoll, hatte er seitdem immer wieder gesagt. Zuletzt hatten aber auch Analysten die Erwartung geäußert, dass Koch die Pläne wieder in Angriff nehmen könnte. Es sei wahrscheinlich, dass Metro die Vorbereitungen für den IPO im Herbst wieder aufnehmen könne, schrieben JP-Morgan-Analysten. Metro-Aktien notierten am Nachmittag leicht im Plus bei 31,81 Euro.

Metro will nach früheren Angaben bis zu 25 Prozent des Russlands-Geschäfts seiner Großmarktsparte an die Londoner Börse bringen. Über eine Milliarde Euro könnte der Anteilsverkauf in die Kassen des Konzerns spülen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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