Im Porträt
Kommunikationschef Montes: Der germanische Spanier

Eduardo Montes, der Noch-Chef des Spanien-Geschäfts von Siemens, denkt durch und durch deutsch. Seit 1975 ist er in verschiedenen dort tätig. Nun zieht es ihn in die Zentrale nach München.

MADRID. Eduardo Montes hält sich nicht zurück: „Was wollen Sie eigentlich tun, damit Spanien nicht noch mehr ausländische Direktinvestitionen verliert?“ fragt er frei von der üblichen spanischen Zurückhaltung den Industrieminister José Montilla.

Die Szene bei einem Abendessen, zu dem die Deutsche Botschaft in Madrid kürzlich Journalisten und Führungskräfte lud, ist typisch für den neuen Vorstand der Siemens-Kommunikationssparte. Der Noch-Chef des Spanien-Geschäfts denkt durch und durch deutsch – inklusive fließender Beherrschung der Sprache.

Montes absolvierte seine Ingenieurausbildung in Deutschland und lernte dort germanische Tugenden wie Disziplin und Effizienz lieben: „Ich mag Deutschland.“ Seit 1975 ist er in verschiedenen Positionen bei Siemens Spanien tätig, seit 1999 steht er an der Spitze.

Aber was in seiner Heimat passiert, dürfte ihn jetzt nur noch indirekt interessieren – ihn zieht es in die Münchener Zentrale. Im Chefsessel der Com-Sparte folgt er auf Thomas Ganswindt, der sich wieder auf seinen Zentralvorstandsposten konzentrieren wird. Er hatte den Bereich nur kommissarisch geleitet, nachdem im vergangenen Jahr Lothar Pauly zur Telekom gewechselt war. Noch bleibt Montes Präsident des Verwaltungsrats der spanischen Filiale, aber es wird erwartet, dass schon bald ein Neuer für diesen Job gefunden wird.

Die Wahl wird nicht einfach sein, verlieh die Unternehmensberatung AT Kearney Montes doch im vergangenen Jahr den Titel „Spaniens bester Vorstandschef“. Ihm sei es zu verdanken, dass die Siemens-Niederlassung auf der Iberischen Halbinsel im vergangenen Jahrzehnt ihren Umsatz vervierfachen und den Marktanteil auf zwölf Prozent ausbauen konnte. „Heute ist Siemens Spanien dank Eduardo Montes eines der innovativsten Unternehmen des Landes“, heißt es in der Laudatio.

Kein Wunder, dass sogar die IG Metall den Neuen mit Vorschusslorbeeren bedenkt. Montes’ Berufung sei ein Signal, „dass es Siemens mit der Sanierung des Bereichs ernst ist“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%