Im zweiten Quartal
Gewinn von Südzucker bricht ein

Europas größter Zuckerproduzent Südzucker muss einen herben Gewinneinbruch verkraften. Im vergangenen Jahr feierte das Unternehmen noch einen Rekord, nun scheinen schwierigere Tage bevorzustehen.
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StuttgartHohe Rohstoffpreise und Übernahmekosten bei der Biosprit-Tochter Cropenergies haben den Gewinn des Zuckerproduzenten Südzucker im zweiten Quartal einbrechen lassen. Das operative Ergebnis sei von Juni bis August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent auf 194 Millionen Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Dienstag in Mannheim mit. Der Umsatz fiel um ein Prozent auf 2,016 Milliarden Euro. Die schwachen Vergleichszahlen rühren allerdings auch daher, dass Südzucker im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung verbuchen konnte.

Die vorzeitige Bekanntgabe der Quartalszahlen, die vollständig am 10. Oktober veröffentlicht werden, löste kräftige Verkäufe der im MDax gelisteten Aktien aus. Der Kurs fiel um bis zu 5,8 Prozent auf 20,54 Euro.

Europas größter Zuckerproduzent hatte bereits im Frühjahr angekündigt, beim Gewinn an das vorangegangene Rekordjahr nicht anschließen zu können. In den beiden Geschäftsjahren davor war der Gewinn noch um 44 Prozent beziehungsweise 30 Prozent gewachsen. Für 2013/14 prognostizierte Südzucker einen Rückgang des operativen Konzernergebnisses um 15 Prozent auf 825 Millionen Euro. In der ersten Hälfte des im März beginnenden Geschäftsjahres 2013/14 schrumpfte das Ergebnis allerdings um 24 Prozent auf 425 Millionen Euro. An der bisherigen Prognose werde festgehalten, doch sie sei inzwischen "anspruchsvoller" zu erreichen, erklärte das Management.

Die gestiegenen Rüben- und Getreidepreise ließen auch den operativen Gewinn bei der österreichischen Tochter Agrana schrumpfen. Der Zucker- und Stärkekonzern verdiente im ersten Halbjahr 2013/14 bis Ende August nur noch 108 Millionen Euro nach 143 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Neben der verhaltenen Geschäftsentwicklung belasten Südzucker die Kosten der Übernahme des britischen Biosprit-Herstellers Ensus durch die Tochter Cropenergies. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei Cropenergies fiel von März bis August um 21 Prozent auf 42 Millionen Euro. Grund seien höhere Preise für Rüben und Getreide gewesen, aus denen Bioethanol gewonnen wird. Hinzu kamen einmalige Belastungen durch Hochwasserschäden am Produktionsstandort Zeitz in Sachsen-Anhalt sowie Kosten für zusätzliche Wartungsarbeiten. Die Einmaleffekte kappten weitere 18 Millionen Euro Gewinn.

Von der Übernahme des britischen Konkurrenten Ensus verspricht sich Cropenergies eine Steigerung des Jahresumsatz um bis zu 20 Prozent auf 820 Millionen Euro. Zugleich dürfte jedoch das operative Ergebnis um zehn Millionen Euro auf 40 bis 50 Millionen Euro zurückgehen. Bei Ensus fallen höhere Kosten an, weil die Produktionsanlage zeitweise still stand und generalüberholt werden musste.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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