Imagekampagne
Ryanair lässt zweites Handgepäck mit in den Flieger

Michael O'Leary sagt, er höre seinen Kunden zu. Und die haben ihm geflüstert, dass sie gern eine Tasche mehr mit an Bord nehmen würden. Der Billigflieger setzt die Charmeoffensive fort – und schafft außerdem Gebühren ab.
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DublinRyanair will sein schlechtes Image mit einer Kundenoffensive aufpolieren. Europas größter Billigflieger kündigte am Freitag an, innerhalb eines halben Jahres Gebühren für das Ausdrucken der Bordpässe abzuschaffen und ein zweites Stück Handgepäck zu erlauben. Wer im Internet eingecheckt hat, aber seinen Boarding Pass am Flughafen vergisst, der zahlt für die Neuausstellung künftig 15 Euro statt wie bisher 70 Euro.

Vom 1. November an bietet Ryanair vor 8 Uhr morgens und nach 21 Uhr abends „leise Flüge“ ohne Extra-Durchsagen sowie mit gedimmten Licht an. Zudem würden kleinere Fehler bei der Buchung innerhalb von 24 Stunden kostenlos behoben und die Kosten fürs Standardgepäck um die Hälfte auf 30 Euro gesenkt.

Die für die Kundenbetreuung zuständige Ryanair-Managerin Caroline Green stellte weitere Verbesserungen in Aussicht. Spätestens Ende März 2014 sollen die Regelungen umgesetzt sein. „Wir hören unseren Kunden zu und reagieren auf sie“, erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Er hatte Anfang der Woche herbe Kritik einstecken müssen, als er sich beim Internetdienst Twitter Kunden-Kommentaren stellte. Ryanair wirbt seit Jahren damit, die günstigste Airline Europas zu sein. Viele Kunden sind jedoch sauer wegen der Verkaufsmethoden des Billigfliegers. Unter anderem monieren sie, dass für Sonderleistungen wie Gepäckbeförderung hohe Aufpreise verlangt würden.

Der Easyjet-Konkurrent war in einer Umfrage kürzlich unter den 100 größten Marken in Großbritannien zur schlechtesten gewählt worden. Daraufhin räumte das Management ein, aus den Negativschlagzeigen herauskommen zu müssen, um das Geschäft nicht zu belasten.

Die Charmeoffensive hat auch einen anderen Grund: Die Iren mussten zuletzt ihre Gewinnprognose kassieren. Im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) war der Gewinn von Ryanair bereits um 21 Prozent auf 78 Millionen Euro zurückgegangen. Der Billigflieger hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Passagiere innerhalb von fünf Jahren auf 110 Millionen von derzeit 80 Millionen zu steigern.

Um den angepeilten Wachstumskurs fortzusetzen, hat es Ryanair nun verstärkt auf die Geschäftskunden abgesehen. Schon heute ist jeder vierte Ryanair-Kunde geschäftlich mit dem Billigflieger unterwegs. Daneben setzt die Airline auch auf eine neue Online-Strategie. Der Internetauftritt soll Ende November überarbeitet werden. Auch die mobile App von Ryanair, die bisher drei Euro kostete, soll künftig kostenlos sein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Imagekampagne: Ryanair lässt zweites Handgepäck mit in den Flieger"

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  • Dass Extragepäck viel Geld kostet, sollte inzwischen bekannt sein...

    Das wird auch offen kommuniziert...

  • Glückwunsch und vielen Dank.

    Für mich ein weiterer Grund, dass wir so oft, wie es geht mit dieser Airline fliegen.

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