Immobilien der Gagfah
Dresdner Wohnungen stehen zur Disposition

Der Immobilienkonzern Gagfah hat mit einem Schuldenberg zu kämpfen. Nun zeigt sich, dass der Gewinn im ersten Quartal stark geschrumpft ist. Doch die Konzernführung kann den Ergebnissen auch etwas Gutes abgewinnen.
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BerlinDer Wohnungskonzern Gagfah hat erstmals offiziell bestätigt, einen Verkauf seiner gut 35.000 Wohnungen in Dresden durchzuspielen. „Ein Verkauf ist eine von mehreren Optionen, die wir prüfen“, sagte der neue Vorstandschef Stephen Charlton in einer Telefonkonferenz. Die Stimmung auf dem deutschen Transaktionsmarkt sei im Moment gut, das könne Gagfah für sich nutzen. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Die Woba-Gesellschaften in Dresden machen etwa ein Viertel des Gagfah-Portfolios aus und stehen mit rund 1,8 Milliarden Euro in den Büchern. Auf die Woba entfällt einer der beiden milliardenschweren Kredite, die spätestens 2013 refinanziert werden müssen. Der Woba-Kredit habe im Moment aber keine Priorität, sagte Finanzchef Gerald Klinck. Stattdessen bemühe sich Gagfah derzeit intensiv darum, das andere - auf Konzernebene angesiedelte - Darlehen mit den Banken neu zu verhandeln.

Deutschlands größter börsennotierter Wohnungskonzern hat im ersten Quartal deutlich weniger Gewinn eingefahren. Die branchentypische Kennzahl für den operativen Gewinn, FFO, sank um rund 51 Prozent auf 26,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwochabend bekanntgab. Pro Aktie lag der FFO bei 0,13 Euro nach zuvor 0,24 Euro.

Die Konzernführung zeigte sich dennoch mit den Ergebnissen zufrieden. Das Vermietungsgeschäft und die Privatisierung hätten den Erwartungen entsprochen, erklärte Vorstandschef Stephen Charlton.

„Der Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal resultiert sowohl aus dem überdurchschnittlich hohen Beitrag aus dem Verkauf im ersten Quartal von elf Cent sowie dem kleineren Portfolio und den höheren Investitionen in den Bestand im ersten Quartal 2012“, hieß es. Wegen der steigenden Nachfrage nach deutschen Wohnungsimmobilien plane der Konzern in diesem Jahr die Veräußerung von rund 4.000 Einheiten über Privatisierungen und Blockverkäufe.

Die Gagfah leidet unter einer hohen Schuldenlast, zudem ist der Ruf durch einen monatelangen Rechtsstreit in Dresden angekratzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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