Immobilien
Gagfah schreibt rote Zahlen

Das Immobilienunternehmen Gagfah hat im zweiten Quartal weniger verdient als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank von 103,7 auf 35 Mio. Euro, wie Gagfah am Montag in Luxemburg mitteilte.

DÜSSELDORF. Die im MDax gelistete Wohnimmobiliengesellschaft Gagfah schrieb im zweiten Quartal 2009 rote Zahlen und enttäuschte damit Analysten. Allerdings sehen die Profis in den Gagfah-Zahlen kein generell schlechtes Omen für Immobiliengesellschaften. So sank zwar der Gagfah-Kurs gestern um mehr als vier Prozent. Andere Immobilientitel, wie Colonia Real Estate und TAG Immobilien, erlebten kräftige Kurssteigerungen.

Gagfah eröffnete gestern den Reigen der Halbjahresberichte von MDax- und SDax-Immobiliengesellschaften. Nach Abschreibungen von 73 Mio. Euro, mehr als dreimal so hoch wie im ersten Quartal, weist die in Luxemburg gelistete Tochter des US-Finanzinvestors Fortress einen Vorsteuerverlust von 38,5 Mio. Euro statt knapp fünf Mio. Euro Gewinn im Vorquartal aus. Die Funds from Operations (FFO) 0,18 (Vorquartal 0,22) Cent je Aktie seien schlechter ausgefallen als erwartet, kommentierte Commerzbank-Analyst Burkhard Sawazki, wie auch andere Analysten das Ergebnis. Die Kennziffer FFO misst den operativen Erfolg. Auf- und Abwertungen bleiben unberücksichtigt. Sie gibt Hinweise auf die Dividendenfähigkeit. Insofern fällt auf, dass die Gagfah-FFO die Quartalsdividende von 0,20 Cent/Aktie unterschreitet.

Sawazki stört sich vor allem daran, dass der Anteil des Vermietungsgeschäfts an den FFO gesunken ist, während der des schwankungsanfälligeren Veräußerungsgeschäfts gestiegen ist. Gagfah-Chef William J. Brenan kündigte an, in diesem Jahr für 500 Mio. Euro Wohnungen verkaufen zu wollen. Verträge über Veräußerung im Wert von 130 Mio. Euro seien geschlossen. Gagfah hält gegenwärtig knapp 170 000 Wohnungen im Wert von gut neun Mrd. Euro.

Nach den Gagfah-Zahlen sehen Analysten keine Abwertungswelle auf die Aktionäre zurollen. „Abwertungen von einem Prozent auf das Portfolio sind nicht dramatisch“, relativiert Jochen Schmitt, Immobilienaktienanalyst des Bankhauses Metzler die Gagfah-Zahlen. Er gibt darüber hinaus zu bedenken: „Der Abwertungsdruck bei den Gewerbeimmobilien-Gesellschaften dürfte tendenziell höher sein.“ Insofern könnte es zu Abwertungen auf den Büroimmobilienbestand der IVG kommen, die am Freitag ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Keine Abwertungen sind am Donnerstag vom Einkaufszentren-Spezialist Deutsche Euroshop zu erwarten. Die Hamburger bewerten ihr Portfolio traditionell zum Jahresende neu. Auch bei der am gleichen Tag ihr Halbjahresergebnis veröffentlichenden Wohnungsgesellschaft Colonia Real Estate erwartetet Sawazki keine Ergebnisbelastung aus Abwertungen. Er warnt allerdings: „Über das Jahr gesehen muss es zu Abwertungen kommen, bei Gewerbeimmobilien mehr als bei Wohnimmobilien.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%