Immobilien
IVG: Gewinn frühestens 2012

Weitere Abschreibungen beim Geschäftskomplex "The Squaire" am Frankfurt Flughafen halten den Immobilienkonzern weiterhin in den roten Zahlen. Frühestens im kommenden Jahr will die IVG das ändern.
  • 0

Frankfurt Der Immobilienkonzern IVG muss auf seinem Sanierungskurs einen herben Rückschlag einstecken. Wegen weiterer Abschreibungen auf den riesigen Geschäftskomplex „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen schrieb das Bonner Unternehmen im zweiten Quartal völlig überraschend tiefrote Zahlen. Der Nettoverlust lag bei 69 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 18 Millionen vor einem Jahr. Der scheidende Vorstandschef Gerhard Niesslei kassierte daraufhin die Jahresprognose - und rechnet nun mit schwarzen Zahlen frühestens wieder 2012.

Anleger reagierten verschnupft: Die im Nebenwerteindex MDax notierte IVG-Aktie verlor gegen den Markttrend zeitweise sechs Prozent.

Das in der Finanzkrise ins Schlingern geratene und noch immer hochverschuldete Unternehmen hatte sich gerade wieder berappelt, auch wenn es den kleineren Konkurrenten Alstria und DIC Asset im Aufschwung an den Immobilienmärkten noch hinterläuft. Nach immensen Verlusten 2008 und 2009 stand im vergangenen Jahr ein Mini-Gewinn von 23 Millionen Euro in den Büchern, den Niesslein dieses Jahr eigentlich mindestens wieder erreichen wollte. Allerdings stellte er dieses Ziel unter den Vorbehalt, dass es keine weiteren Bestandsabwertungen gibt.

Nun liefen die Kosten beim größten Entwicklungsprojekt „The Squaire“, in das in diesem Jahr die ersten Mieter eingezogen sind, einmal mehr aus dem Ruder - was zu Wertberichtigungen führte. Schon in der Vergangenheit war der Bau ein Fass ohne Boden. Das Schlimmste sei jetzt aber überstanden, erklärte ein IVG-Sprecher. Doch der sowohl im dritten als auch im vierten Quartal angepeilte Gewinn dürfte das Jahresergebnis nicht mehr retten. Per Ende Juni lag das Minus bei 58 Millionen Euro.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings: Mit der Lufthansa konnte die IVG unlängst einen neuen Großmieter für „The Squaire“ gewinnen. Die Vermietungsquote liegt nun bei 82 Prozent, nachdem sie lange Zeit nicht über 70 Prozent hinausgekommen war. Das dürfte dem operativen Ergebnis (FFO) langfristig einen Schub geben. Im zweiten Quartal verbesserte sich der in der Branche maßgebliche FFO nur leicht auf 5,8 (Vorjahreszeitraum: 3,9) Millionen Euro.

Niesslein, der auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 als Chefsanierer angetreten war, übergibt das Ruder im November an seinen Finanzchef Wolfgang Schäfers. Der hat noch eine zweite Herkulesaufgabe zu stemmen: Den Abbau des Schuldenbergs. Bei den Banken steht der Konzern mit 4,6 Milliarden Euro in der Kreide.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Immobilien: IVG: Gewinn frühestens 2012"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%