Immobilien
TAG profitiert von Zukäufen

Die Immobilienfirma TAG war im vergangenen Jahr auf Shopping-Tour, unter anderem um die Mieteinnahmen auf eine breitere Basis zu stellen. Das hat geklappt - das Unternehmen konnte seine Zahlen kräftig steigern.
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Frankfurt

Die Einkaufstour auf dem deutschen Wohnungsmarkt zahlt sich für die Immobilienfirma TAG immer mehr aus. Nach tiefroten Zahlen in der Finanzkrise und den mühsamen Aufräumarbeiten danach konnte Vorstandschef Rolf Elgeti am Dienstag für 2010 einen Vorsteuergewinn von 22 Millionen Euro präsentieren. Im laufenden Jahr peilen die Hamburger nun sogar 50 bis 60 Millionen Euro an - auch dank der unlängst erreichten Mehrheitsübernahme der Colonia Real Estate, die noch im ersten Quartal konsolidiert werden soll.

Mit den vorläufigen Zahlen eröffnete TAG die Berichtssaison unter den deutschen Immobiliengesellschaften. "Unsere Zahlen belegen, dass wir mit unserer Expansionsstrategie auf dem richtigen Weg sind", erklärte Elgeti. 2009 hatte noch ein Verlust von 25 Millionen Euro in den Büchern gestanden. Seither kaufte TAG verschiedene Wohnungsportfolien, um die Einnahmen auf eine breitere Basis zu stellen. Beim Abbau des Leerstands (Ende Dezember: 5,3 Prozent) drückte Elgeti aufs Tempo, so dass sich das Mietergebnis nun konzernweit um knapp 15 Prozent auf 40 Millionen Euro erhöhte. Auch bei Colonia ist ein hoher Leerstand das Problem. Synergiepotenziale sieht Elgeti in der Verwaltung von Immobilienbeständen für Dritte. Zunächst will er aber mit den Banken über die Ablösung teurer Kredite der Colonia verhandeln. Insgesamt dürfte es zwei Jahre dauern, das von der Finanzkrise gebeutelte Kölner Unternehmen wieder in die Spur zu bringen, schätzte Elgeti.

An der Börse verteuerte sich die TAG-Aktie um ein halbes Prozent und blieb damit hinter dem Kleinwerteindex SDax zurück. Wann die Anteilseigner mit einer Dividende rechnen können, ist offen. Bislang wurden sie von Elgeti nur zur Kasse gebeten, um die Zukäufe zu finanzieren. Eine weitere Kapitalerhöhung wurde unlängst angekündigt.

Einige Branchenkenner warnen bereits, TAG habe sich mit Colonia womöglich zu früh den nächsten großen Brocken vorgenommen. Auch DZ-Bank-Analyst Hasim Sengül legte am Dienstag den Finger in die Wunde: Über das eigentliche operative Geschäft der TAG sagten die vorläufigen Zahlen nicht viel, monierte er in einem Kurzkommentar. "Das Portfolio aggressiv auszubauen, ohne den Break-even im TAG-Bestand zu schaffen, ist aus unserer Sicht nicht gerade die beste Strategie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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