Immobilienfirmen
Finanzkrise belastet Vivacon und IVG

Die Finanzkrise schlägt zunehmend auf das Geschäft von deutschen Immobilienfirmen durch. Sowohl die auf Bürogebäude spezialisierte IVG als auch die auf Wohnimmobilien fokussierte Vivacon äußerten sich am Donnerstag pessimistisch zu ihren Geschäftsaussichten. Vivacon nahm seine Gewinnprognose für 2008 zurück,

HB DÜSSELDORF. IVG erwartet weniger Umsatz und denkt über eine Reduzierung der Dividende nach. Beide Firmen klagten darüber, dass nach dem Verfall der Immobilienpreise in den USA, der die globale Finanzkrise auslöste, nun auch der deutsche Immobilienmarkt angespannt sei. Vetragsabschlüsse beim Kauf und Verkauf von Immobilien verzögerten sich oder kämen gar nicht zustande. Für Käufer seien Kredite teurer geworden und schwerer zu bekommen.

Auch wenn Vivacon im dritten Quartal ein Gewinnplus erzielte, geht die Kölner Firma nicht mehr davon aus, den für 2008 angepeilten Gewinn von 60 Mio. Euro noch zu erreichen. Eine neue Prognose machte Vivacon nicht. Zum Großteil macht Vivacon Geschäfte im Erbbaurecht und bleibt nach dem Verkauf Eigentümerin des Grundstückes, wodurch sie wiederkehrende Einnahmen hat. Von Juli bis September sank der Umsatz zwar auf 47,6 von 60,3 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdreifachte sich aber auf 67,2 Mio. Euro, weil Vivacon sich durch weitere Zukäufe zusätzliche Erbbauzinsen sicherte und zugleich die Realzinsen sanken. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 34,7 (Vorjahr: 16,7) Mio. Euro.

Die Bonner IVG stellte infrage, ob sie wie geplant zum Schuldenabbau in diesem Jahr Immobilien im Wert von 550 Mio. Euro veräußern könnte. Noch stünden 350 Mio. Euro des angepeilten Verkaufvolumens aus. "Die Verkäufe hängen auch von der Finanzierungsbereitschaft der Banken potenzieller Investoren ab", hieß es in der Mitteilung. Die in Aussicht gestellte Dividende von 70 Cent je Papier steht jedenfalls auf der Kippe. IVG werde erst nach Vorliegen des Jahresabschlusses eine konkrete Aussage zur Höhe machen können.

IVG rechnet 2008 mit Abwertungen des Immobilienbestands um 400 bis 420 Mio. Euro. Auf der anderen Seite stünden Erlöse aus dem Teilverkauf des Kavernengeschäfts von 273 Mio. Euro. Diese Effekte herausgenommen rechnet IVG nun im Gesamtjahr mit einer Gesamtleistung zwischen 1,2 und 1,3 Mrd. Euro, im Halbjahresbericht waren es noch 100 Mio. Euro mehr gewesen. Das Konzernergebnis soll unverändert zwischen 160 und 170 Mio. Euro liegen. Nach neun Monaten sank der Gewinn nach Steuern um 87 Prozent auf 34,1 Mio. Euro.

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