Immobilienfirmen legen Bilanzen vor
Bilanz gut, Laune schlecht

Sprudelnde Gewinne, Rekordergebnisse: Die Zahlen der Immobilienfirmen Vivacon und CRE sind mehr als gut. Doch das nutzt den Kölner Unternehmen wenig, denn die Börsen honorieren diese Erfolge bisher kaum - sie gaben sogar kräftig nach.

FRANKFURT. Wirklich gut gelaunt wirkten die Vorstände der beiden Immobilienaktiengesellschaften Colonia Real Estate AG (CRE) und Vivacon AG nicht, als sie heute in Frankfurt die Bilanzergebnisse für das Jahr 2007 vorstellten. Und das, obwohl beide Unternehmen mit Rekordergebnissen aufwarten konnten. So stieg der Konzerngewinn nach Steuern der Kölner CRE dank höherer Mieteinnahmen aufgrund von Leerstandsabbau um mehr als das Doppelte von 31,1 Mill. Euro im Jahr 2006 auf 67,1 Mill. Euro zum 31.12.2007. Doch die Aktienkurse haben darauf kaum reagiert.

Immerhin ein Plus von 23 Prozent meldet die ebenfalls in Köln beheimatete Vivacon: Der Gewinn des SDax-Unternehmens stieg im selben Zeitraum von 45,9 Mill. Euro auf 56,2 Mill. Euro. Ein Ergebnis, das sich zum einen auf regen Handel gründet: 17 658 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr erworben, 13 157 gleich wieder verkauft. Üppig auch die Einnahmen aus Erbbauzinsen, neben dem Immobilienhandel die zweite Spezialität des Unternehmens. Sie legten um 51 Prozent auf 14,2 Mill. Euro zu. Dennoch konnte Vivacon-Chef Michael Jung seine Enttäuschung nicht verbergen: „Wir warten mit tollen Zahlen auf, doch der Markt honoriert dies nicht so, wie wir uns dies wünschen würden.“

Die Aktienkurse von CRE und Vivacon gaben im Tagesverlauf sogar kräftig nach: CRE-Papiere verloren vier Prozent und notierten bei 12,90 Euro. Vivacon musste mit einem Minus von 7,7 Prozent auf 13,38 Euro leben. „Fundamental hat dies allerdings kaum Bedeutung“, urteilt Analyst Thomas Rothäusler von Sal. Oppenheim und blickt lieber in die Zukunft. Vor allem für Vivacon zeigt sich der Spezialist für Immobilienaktien optimistisch: „Unsere Erwartungen sind erfüllt, auch was die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr betrifft.“ Denn das Kölner Immobilienhandelsunternehmen, das sich auf Erwerb und Weiterverkauf denkmalgeschützter Wohnungen spezialisiert hat, peilt nach wie vor einen Gewinn von 60 Mill. Euro an.

Auch CRE, mit knapp 20 000 Wohnungen nach Gagfah und Deutsche Wohnen das drittgrößte börsennotierte deutsche Wohnungsunternehmen, will in diesem Jahr seinen Nettogewinn auf 72 Mill. bis 75 Mill. Euro steigern. Verabschiedet hat sich Vorstandschef Stephan Rind jedoch von seinem Ziel, den Wohnungsbestand bis zum Jahresende auf 30 000 Wohnungen zu vergrößern. „Wir wollen in diesem Jahr noch 2 000 bis 3 000 Wohnungen zukaufen“, sagte er in Frankfurt. Man wolle „organisch wachsen“, lautet die Devise im Jahr eins nach der Kreditkrise. Deshalb sollen bis zum Jahresende auch zwischen zehn und 15 Prozent des Bestandes wieder verkauft werden: „Insbesondere in Berlin sehen wir Chancen auf gute Veräußerungsgewinne.“ Und das, obwohl die Immobilienpreise aufgrund der schwieriger und teurer gewordenen Finanzierung zuletzt gesunken sind: „Erstens können wir fallende Preise durch den Abbau von Leerständen und die dadurch steigenden Mieteinnahmen mehr als kompensieren“, zeigte er sich optimistisch. Zweitens würden sich die Preisrückgänge zumal bei kleineren Wohnimmobilienportfolios „sehr in Grenzen halten“.

Erstmals gibt es für CRE-Aktionäre in diesem Jahr eine Dividende von 0,25 Euro pro Aktie. Bei Vivacon soll es 0,50 Euro pro Aktie geben .

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