Immobiliengruppe will mit Partnern Milliarden investieren
Corpus baut nicht auf die Börse

Das Management der Corpus Immobiliengruppe GmbH & Co. KG hat sich gegen einen Börsengang entschieden. Doch deutet Michael Zimmer, Sprecher der Corpus-Geschäftsführung, an, dass diese Entscheidung in einem boomenden Immobilienmarkt mit schnell wachsenden Unternehmen nicht für alle Zeit gelten muss. Allerdings stellt er genauso unmissverständlich klar, dass Corpus weder Eigenkapital von der Börse braucht noch auf schnelles Wachstum aus ist.

DÜSSELDORF. Die Gesellschaft werde ihrem Konzept, als Ko-Investor aufzutreten, treu bleiben. „Wir werden in den nächsten drei bis vier Monaten drei große Joint Venture gründen, die zusammen vier bis fünf Mrd. Euro investieren werden“, kündigte Zimmer an.

Zurzeit hat Corpus Immobilien im Wert von 800 Mill. Euro im eigenen Bestand und betreut insgesamt eigene und fremde Immobilien im Wert von 15 Mrd. Euro. Dabei berücksichtigt sind die Bestände der Sireo Real Estate, an der Corpus einen Anteil von knapp über 50 Prozent hält.

Mit einem Gemeinschaftsunternehmen hatte Corpus bereits Erfolg. Im vergangenen Jahr verkauften Corpus und Morgan Stanley Real Estate Funds ihre gemeinsame Gesellschaft Immeo Wohnen für rund 2,1 Mrd. Euro an den französischen Immobilientrust (Reit) Foncière Développement Logements. Vor allem der Weiterverkauf dieser 2004 erworbenen Thyssen-Krupp-Wohnungen trug dazu bei, dass der von Zimmer nicht bezifferte Gewinn im Jahr 2006 kräftig gestiegen ist.

Der Eigenkapitalbedarf für Minderheitsbeteiligungen an solchen Ko-Investments sei gering, stellte der Corpus-Chef fest. Die Gesellschaft erzielt einerseits nach dem Verkauf Erträge aus der Wertsteigerung dieser Portfolios, die sie selbst managt. Andererseits wird ihre Managementleistung vergütet. Das Ko-Invest-Konzept ähnelt dem der italienischen Pirelli Real Estate. Die Tochtergesellschaft des italienischen Reifenkonzerns Pirelli übernahm zwar kürzlich die Wohnungsgesellschaft Deutsche Grundvermögen AG (DGAG) fast vollständig, kündigte aber prompt an, die rund 22 000 Wohnungen der DGAG in ein Gemeinschaftsunternehmen mit einer Tochter der Deutschen Bank einzubringen, an dem sie selbst nur noch 35 Prozent halten werde.

Ohnehin hätte Corpus die Börse nicht wegen Eigenkapitalmangel angezapft. „Wir können 20 000 Wohnungen kaufen, ohne das Eigenkapital zu erhöhen“, versichert Zimmer. Womöglich ist das eine Anspielung auf die vom Finanzinvestor Fortress an die Börse gebrachte Wohnungsgesellschaft Gagfah, die gerade eine Kapitalerhöhung zwischen 300 Mill. und 600 Mill. Euro für Wohnungskäufe angekündigt hat.

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