Immobilienkonzern
Gagfah schiebt Verkauf in Dresden an

Der Immobilienkonzern Gagfah will in Kürze Zehntausende Wohnungen in Dresden zum Verkauf freigeben. Potenzielle Interessenten erhalten in den kommenden Tagen eine Info-Broschüre über das Milliardenprojekt.
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FrankfurtDer hochverschuldete Immobilienkonzern Gagfah gibt Branchenkreisen zufolge in Kürze den Startschuss für seinen milliardenschweren Wohnungsverkauf in Dresden. In den kommenden Tagen erhalten potenzielle Interessenten eine Info-Broschüre mit den wichtigsten Informationen zu den sogenannten Woba-Gesellschaften mit knapp 38.000 Wohnungen, wie mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch sagten.

Das ausführliche Memorandum folge später. "Bis Oktober könnten dann vorläufige Angebote vorliegen", sagte einer der Insider. Einige Interessenten hätten sich schon in Stellung gebracht. "Die Woba war über Jahre die Cash-Cow der Gagfah, die Qualität der Bestände ist überdurchschnittlich", sagte ein anderer.

Die Woba - rund ein Viertel des gesamten Gagfah-Portfolios - stand zuletzt mit 1,8 Milliarden Euro in den Büchern. Diesen Erlös peilt das Unternehmen auch in etwa an, wie aus den Kreisen verlautete. Der Verkauf wird von der Investmentbank Leonardo geleitet, die zu Jahresbeginn schon die Wohnungstochter der LBBW losgeschlagen hat.

Weder Leonardo noch Gagfah äußerten sich zu den Informationen, über die zuvor auch die "Immobilien-Zeitung" berichtet hatte. Analysten hoffen auf einen Zwischenstand mit den Halbjahreszahlen, die Gagfah am Abend nach Börsenschluss vorlegen und am Donnerstag in einer Telefonkonferenz erläutern wollte.

Gagfah-Chef Stephen Charlton hatte im Mai gesagt, ein Verkauf der Woba sei eine von mehreren Optionen, die geprüft würden. Deutschlands größte börsennotierte Wohnungsgesellschaft, mehrheitlich im Besitz des US-Finanzinvestors Fortress, würde damit zwar deutlich schrumpfen.

Doch der Ruf der Gagfah in der sächsischen Landeshauptstadt ist ohnehin ruiniert, seit der Konzern dort wegen Verstößen gegen Mieterschutzrechte verklagt wurde - auch wenn es am Ende zu einem Vergleich kam. Außerdem wäre das Refinanzierungsproblem gelöst, das bei der Woba 2013 ansteht. Falls sich vorher ein Käufer findet, müsste sich die Gagfah damit wohl nicht mehr auseinandersetzen.

Nach Einschätzung von Branchenkennern dürften sich für die Woba vor allem Strategen interessieren - also Wohnungsgesellschaften oder Versicherer, die auf verlässliche Mieteinnahmen hoffen. Für Finanzinvestoren sei dagegen aus dem Bestand nicht viel herauszuholen.

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn hatte erst vor wenigen Tagen gesagt, Dresden wäre als neuer Standort sehr interessant. Allerdings hat Gagfah mit ihrer Transaktion einige Konkurrenz, denn auf dem deutschen Markt tut sich derzeit viel: So läuft parallel die Privatisierung der ostdeutschen TLG Immobilien. Und die BayernLB beginnt den Verkauf ihrer Wohnungstochter GBW in Süddeutschland.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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