Immobilienunternehmen
Gagfah streicht Dividende

Im zweiten Quartal rutschte das Immobilienunternehmen in die roten Zahlen. Der Verwaltungsrat hat jetzt die Dividende gestrichen, um Investitionen in den Bestand und die Finanzierung zu unterstützen.
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LuxemburgSinkende Gewinne beim Wohnungsverkauf haben das Ergebnis des Immobilienunternehmens Gagfah verhagelt. Im zweiten Quartal rutschte der Konzern deshalb in die Verlustzone. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 22 Millionen Euro in den Büchern nach einem Gewinn von knapp zehn Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Deutschlands größte börsennotierte Wohnungsgesellschaft verkaufte zuletzt Tausende Wohnungen, die nicht mehr zum Kernbestand zählen, und zwar zu niedrigeren Preisen als sonst. Das führte zu hohen Abwertungen des Wohnungsbestands durch die Gutachter, denn diese Wohnungen sind zum Teil noch nicht aus der Bilanz verschwunden.

Operativ lief es dagegen besser, auch wenn sich die Geschäfte etwas abschwächten: Die in der Branche maßgebliche Ergebniskennzahl FFO lag im Quartal bei 31 (Vorjahreszeitraum: 38) Millionen Euro. Pro Aktie waren das 14 Cent. Gagfah verzichtete allerdings wie schon zu Jahresbeginn auf die Quartalsdividende, die sonst vor allem in die Tasche des US-Finanzinvestores Fortress als Mehrheitseigner fließt. Hintergrund ist die anstehende Refinanzierung: Von dem milliardenschweren Schuldenberg soll noch in diesem Jahr eine Milliarde refinanziert werden. Einen aktuellen Stand zu den Verhandlungen mit den Banken gab Gagfah nicht.

Auch zum Rechtsstreit in Dresden äußerte sich Gagfah-Chef William Joseph Brennan im Zwischenbericht nicht weiter. Die Stadt hatte den Konzern Ende März wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Mieterschutzklauseln auf mehr als eine Milliarde Euro verklagt. Gagfah hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und konterte inzwischen mit einer Gegenklage. Die im Nebenwerte-Index MDax notierte Gagfah-Aktie startete mit einem Plus von fast fünf Prozent in den Handel. Die Milliardenklage hatte im Frühjahr wie Blei auf dem Papier gelastet. Zuletzt sahen Analysten aber wieder einen günstigen Zeitpunkt zum Wiedereinstieg.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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