Immobilienunternehmen
IVG verringer Verlust

Das Immobilienunernehmen IVG hat den Verlust im 3. Quartal überraschend stark eingedämmt und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Nun sind die schwarzen Zahlen nicht mehr weit entfernt.
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HB BONN. Das durch die Wirtschaftskrise stark unter Druck geratene Immobilienunternehmen IVG hat im dritten Quartal seinen Verlust überraschend stark eingedämmt. Wie das im MDax notierte Unternehmen am Freitag in Bonn mitteilte, stand nach Ablauf des dritten Quartals ein Nettoverlust von 2,2 Mio. Euro in den Büchern. Analysten hatten mit einem Minus in etwa auf Vorjahresniveau gerechnet - damals lag der Fehlbetrag bei 17 Mio. Euro. IVG senkte im dritten Quartal die Kosten und musste geringere Wertberichtigungen verbuchen. Die Aktie legte im frühen Handel um mehr als vier Prozent zu.

Das operative Ergebnis (EBIT) sank von 102,3 auf 51,8 Mio. Euro. Der Umsatz legte von 138,6 auf 144,7 Mio. Euro zu. Auch diese Kennziffern lagen über den Analystenschätzungen. Mit der Gesamtwirtschaft hätten sich im dritten Quartal auch die Immobilien-Investmentmärkte weiter stabilisiert, hieß es.

Einen Ausblick hab IVG auch weiterhin nicht. Die Lage auf den Mietmärkten sei nach wie vor schwierig, aber die Sparmaßnahmen griffen inzwischen. IVG sei insgesamt auf einem guten Weg. „Auch wenn unterwegs noch die ein oder andere Stromschnelle zu passieren ist: Es ist offenes und damit ruhiges Wasser in Sicht.“

IVG war durch die Wirtschaftskrise und die damit sinkenden Immobilienpreise in die roten Zahlen gerutscht und steckt jetzt in der Sanierung. Die Phase der unmittelbaren finanziellen Restrukturierung sei nun abgeschlossen, so IVG. Das Unternehmen werde sich nun voll auf die strategische und operative Weiterentwicklung konzentrieren. Durch Immobilienverkäufe nahmen die Bonner inzwischen mehr als einer Milliarde Euro ein. Zudem verschafften sie sich mit einer Kapitalerhöhung rund 72 Mio. Euro frische Mittel. Mit dem Geld will IVG auf Einkaufstour gehen. Ins Auge gefasst hat das Unternehmen dabei unter anderem den Londoner Immobilienmarkt.

Größter IVG-Aktionäre mit 20 Prozent plus eine Aktie sind die Gesellschafter von Sal. Oppenheim. Die Bank ist selbst in Bedrängnis geraten und musste durch den Einstieg der Deutschen Bank gerettet werden. Erwartet wird am Markt, dass die Sal.Oppenheim-Eigentümer ihren IVG-Anteil verkaufen oder zumindest reduzieren werden. Die Gesellschafter waren auch mal Hauptaktionär des insolventen Arcandor-Konzerns und haben ihre Beteiligung im Zuge der Pleite des Handelsunternehmens auf unter fünf Prozent abgebaut.

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