Impulse lassen auf sich warten
Sommer-Ispo ist Spiegelbild der Branche

Die Sportartikelbranche feiert sich - aber deutlich leiser als früher. Der Rückgang in der Branche macht sich auch bei der Sommer-Ispo 2003 bemerkbar, die am Sonntag unter lebhaftem Besucherandrang eröffnet wurde.

HB/dpa MÜNCHEN. Geschrumpft auf drei Messetage und 1185 Aussteller (Vorjahr: 1403) zeigen Hersteller und Händler auf der Sommer-Ispo bis Dienstag, welche Sportartikel in der kommenden Saison das Geschäft ankurbeln sollen.

Anzeichen für eine Besserung sind bereits in Sicht. Nach dem ersten Rückgang seit der deutschen Einheit in der Sportartikelbranche im vergangenen Jahr haben sich nach Auskunft der Fachhändler-Verbunde die Umsätze in den ersten Monaten um rund drei Prozent gesteigert. „Man erkennt, dass die härtere Gangart viele aufgeschreckt hat und dass viele jetzt ihren Markt besser ausschöpfen“, sagte Intersport- Chef Hartmut Fröhlich.

Wenn es nach dem Willen der Branche geht, dann läuft ab 2004 jeder auf „vier Beinen“. Gehen mit Stöcken, das Kenner lieber „Nordic Walking“ nennen, soll der Trend für 2004 werden. „Wenn sich die Leute alleine mit den Stöcken in den Wald trauen, dann geht das Ding nächstes Jahr durch die Decke“, zeigt sich Harald Ostermeir, Geschäftsführer des Sportfachhandel-Verbundes Sport 2000, betont optimistisch.

Für dieses Jahr seien allerdings noch keine Zuwächse zu erwarten, meinte er. Denn erst einmal müssten die Leute lernen, mit den Sportgeräten umzugehen. Dass es sich bei „Nordic Walking“ um einen Modetrend handelt, glaubt er allerdings nicht und verweist auf das Bergwandern, bei dem bereits jetzt die meisten Stöcke dabei hätten. Mittelfristig könne sich der Anteil des „Nordic Walking“ am Umsatz im zweistelligen Bereich einpendeln.

Die Sommer-Ispo spiegelt das Bild der Branche wider. Echte Impulse lassen auf sich warten, stattdessen bestimmt der Rotstift das Geschäft. Die Messe dauert drei Tage, einen Tag weniger als 2002. Während damals in allen zwölf Messehallen irgendetwas zu sehen war, stehen jetzt drei Hallen ganz leer. Branchenriesen wie Puma glänzen durch Abwesenheit, andere begnügen sich mit deutlich kleineren Ständen.

Trotzdem zeichnen sich erste vorsichtige Hoffnungsschimmer ab. Das Wetter begünstigt die Sporthändler in diesem Jahr. Nach einem späten Wintereinbruch im Januar/Februar kletterte der Skiabsatz um 15 %, teilte Intersport mit. Und die aktuelle Sommerhitze kurbele den Bademodeverkauf an.

Wie sich das kommende Jahr entwickelt, wollte allerdings keiner prognostizieren. Sorgenkind der Branche ist jetzt jedenfalls nicht mehr nur das Tennis, bei dem Rückgänge von rund elf Prozent verzeichnet wurden. Auch die Inline-Skates, noch im vergangenen Jahr Hoffnungsträger der Branche, werden nach Auskunft der Verbunde zunehmend zum Ladenhüter. Die Umsätze seien 2002 um rund zwölf Prozent zurückgegangen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%