In Brandenburg entsteht die größte Feriendorf-Anlage Deutschlands
Ferienparks entdecken den Osten

Ein dänischer Investor baut in Brandenburg für 670 Millionen Euro die größte Feriendorf-Anlage Deutschlands: In 2 000 Häusern sollen 12 000 Betten entstehen. Experten sehen Chancen, dass sich das Engagement bezahlt macht: Der Trend geht zum Heimaturlaub.

DÜSSELDORF. Es ist die dritte Chance für das Millionengrab Cargolifter-Halle: Vor vier Jahren war die ehemalige Produktionsstätte für Luftschiffe im brandenburgischen Krausnick zu dem Erlebnis-Freizeitbad "Tropical Islands" umgebaut worden. Das läuft bisher nur mit mäßigem Erfolg: es kommen zu wenige Besucher, um rentabel zu sein. Jetzt will die dänische Eske-Gruppe dort im großen Stil investieren. Geplant ist das mit Abstand größte Feriendorf Deutschlands: für 670 Mill. Euro sollen 2 000 Häuser mit 12 000 Betten entstehen.

Experten sehen Chancen, dass sich die Investition bezahlt macht. "Die deutsche Touristikbranche entwickelt sich gut. Gerade Ferienparks profitieren von dem Trend zu Kurz- und Heimaturlaub", sagt Tourismus-Experte Torsten Widmann von der Cologne Business School.

Alleine im vorigen Jahr verbrachten die Deutschen 19,8 Mill. Reisen in der Heimat - mehr als doppelt so viele wie nach Spanien. Die Anbieter von Feriendörfern in Deutschland wollen deshalb expandieren. Bislang gehörten die kommerziellen Ferienzentren mit knapp 60 000 Betten zu den kleinen Spielern auf dem Übernachtungsmarkt: Auf über eine Million Betten kommen alleine die deutschen Hotels. Vermieter von einzelnen Ferienhäusern und-wohnungen verfügen über fast 340 000 Betten.

Mit dem Millionen-Investment drängt die dänische Aktiengesellschaft Eske - ein Zusammenschluss mehrerer dänischer Bauunternehmen - nun auf den noch unterentwickelten deutschen Markt. Die Anlage rund um das Tropical Islands soll in drei Etappen entstehen. Baugenehmigungen gibt es für die ersten 375 Häuser, die ab 2010 schlüsselfertig sein sollen. Auffällig bei dem Engagement ist: Die Eske-Gruppe konzentriert sich auf Ostdeutschland. Neben dem Tropical Islands Resort sind zwei weitere Projekte in der Lausitz und in Zehdenick in Planung, beide ebenfalls in der Nähe Berlins. Eske wollte sich zu Details des Engagements nicht äußern.

Die beiden größten Konkurrenten, Landal Green Parks und Center Parcs, sind noch nicht in Ostdeutschland präsent. Beide Unternehmen haben ihre Wurzeln in den Niederlanden, wo das Ferienpark-Konzept weitaus verbreiteter ist als hierzulande. Allerdings setzen sie auf unterschiedliche Strategien. Landal baut mit seinen sieben deutschen Anlagen auf ein offenes Konzept, also auf die landschaftlich reizvolle Einbettung der Parks und auf Freizeitoptionen im Umland. Der größte von ihnen steht mit 234 Häusern im Hunsrück.

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