In Brasilien will der Konzern rund 4000 Stellen kürzen
VW-Chef droht mit Entlassungen

Im Streit um die Streichung von knapp 4000 Arbeitsplätzen bei Volkswagen in Brasilien schlägt VW-Chef Bernd Pischetsrieder eine härtere Gangart ein. Sollten Mitarbeiter illegal streiken und damit gegen ihre Arbeitsverträge verstoßen, würden sie entlassen, bestätigte VW-Sprecher Dirk-Große Leege am Dienstag in Wolfsburg entsprechende Äußerungen von Pischetsrieder.

HB WOLFSBURG. Der Konflikt zwischen dem Volkswagen-Konzern und der örtlichen Gewerkschaft in Brasilien wegen des geplanten Abbaus von fast 4000 Arbeitsplätzen hat sich zugespitzt.

Konzernchef Bernd Pischetsrieder drohte den Beschäftigen in Brasilien mit Entlassungen, falls sie einem Streikaufruf der Gewerkschaft folgen sollten. Pischetsrieder sagte in Wolfsburg: „Alle, die streiken, werden entlassen.“ Zuvor hatte VW in Verhandlungen mit der örtlichen Gewerkschaft versucht, einen Interessenausgleich auszuhandeln.

Europas größter Automobilkonzern will wegen anhaltender Marktschwäche in dem südamerikanischen Land fast ein Fünftel seiner insgesamt 25 000 Arbeitsplätze dort streichen. Allerdings soll nach Worten von Konzernsprecher Dirk Große-Leege die Belegschaft durch die Gründung einer Auffanggesellschaft weitgehend vor Arbeitslosigkeit bewahrt werden. Die Beschäftigten hatten mit Protesten auf die angekündigte Stellenstreichung reagiert.

Gewerkschaften misstrauen Modell für Auffanggesellschaft

Nach dem Beispiel der Wolfsburger Auto-Vision solle eine Gesellschaft gegründet werden, von der die Arbeiter bei geringeren Einkommen vorübergehend weiter beschäftigt und qualifiziert würden, sagte Große-Leege am Dienstag. Bei einem Wiederanspringen der Konjunktur könnten Beschäftigte dann je nach Bedarf wieder eingestellt werden. Dieses Modell sei Vertretern der Belegschaften aus Brasilien bei einem Besuch in Wolfsburg erläutert worden. Allerdings misstrauten die Gewerkschaften offenbar dem Modell.

Die Restrukturierungskosten für das Brasilien-Geschäft belasten nach früheren Aussagen von Finanzchef Hans Dieter Pötsch den Gewin im dritten Quartal. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Anfang September in Frankfurt hatte Pötsch gesagt, bereits im dritten Quartal seien Verbesserungen im operativen Ergebnis zu spüren. Unter dem Strich werde der Gewinn wegen hoher Restrukturierungsaufwendungen für Brasilien aber erneut niedriger ausfallen.

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