„Inakzeptables Angebot“
Neuer Streik bei der Lufthansa möglich

Die Gewerkschaft Verdi hat ein Angebot der Lufthansa abgelehnt. Die Fluggesellschaft habe keine Zusagen zur Beschäftigungssicherung gemacht. Erneute Arbeitsniederlegungen scheinen im Tarifkonflikt unausweichlich.
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FrankfurtIm Tarifkonflikt der Lufthansa mit der Gewerkschaft Verdi wird der Ton rauer. Nachdem die Fluggesellschaft in der dritten Verhandlungsrunde am Mittwoch erstmals ein Angebot vorgelegt hat, drohte Verdi mit baldigen Streiks. Die Offerte von Lufthansa sei "inakzeptabel" und "ein Skandal", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle. "Wir liegen meilenweit auseinander."

Verdi hatte schon vor den Gesprächen angekündigt, bei einem für die Beschäftigten enttäuschenden Angebot komme es bald zu neuen Warnstreiks. "Wir werden uns morgen beraten und möglicherweise schon entscheiden, ob wir erneut streiken werden", sagte eine Verdi-Sprecherin. Die Passagiere will die Gewerkschaft frühzeitig über geplante Streiks informieren.

Die Lufthansa biete an, die Löhne ab 1. Oktober 2013 bei Lufthansa Technik um insgesamt 2,3 Prozent, bei Lufthansa Cargo und Lufthansa Systems um insgesamt 2,1 Prozent und bei der Lufthansa AG um insgesamt 1,7 Prozent anzuheben, erklärte die Fluggesellschaft. Das sei "ein differenziertes, an der jeweiligen wirtschaftlichen Situation des Geschäftsfeldes orientiertes Angebot", erklärte Lufthansa. Zudem sollten die Beschäftigten für Februar bis September 2013 weitere 400 Euro als Einmalbetrag erhalten, Auszubildende 200 Euro. Bislang hatte die Lufthansa angesichts sinkender Gewinne, Stellenabbau und Standortschließungen eine Nullrunde angestrebt.

Verdi erklärte, das Lufthansa-Angebot habe zwei Stufen, so dass die Erhöhung zum 1. Oktober 2013 dann 1,2 Prozent und ab 1. Oktober 2014 dann 0,5 Prozent betrage bei einer Laufzeit von 29 Monaten. Zudem habe Lufthansa keinerlei Zusagen zur Beschäftigungssicherung gemacht, beklagte die Gewerkschaft. Lufthansa erklärte, sie habe ihre grundsätzliche Bereitschaft zu beschäftigungssichernden Zusagen erneuert. Dazu sei aber nötig, dass Verdi ihren Beitrag zum Sparprogramm "Score" leiste.

Vertreter von Deutschlands größter Fluggesellschaft und Verdi waren am Mittag in Frankfurt zusammengekommen. Verdi fordert für rund 33.000 Lufthansa-Beschäftigte Zusagen für sichere Jobs sowie 5,2 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Ende März hatte Verdi erstmals zu einem Warnstreik aufgerufen - 700 von 1800 Flügen fielen aus, darunter so gut wie alle Flüge innerhalb Deutschlands und ins europäische Ausland.

Verhandelt wird über die Gehälter der Beschäftigten bei Lufthansa Cargo, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems sowie der Lufthansa-Mitarbeiter am Boden und in der Kabine. Für die Catering-Tochter LSG will Lufthansa eine gesonderte Vereinbarung erzielen. Zwei weitere Verhandlungstermine sind bereits für den 29./30. April sowie für den 2./3. Juni angesetzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Was wollen Sie? Wieder eine Branche, in der die Gehälter immer billiger werden und somit die Kaufkraft in Deutschland schwindet? Und man dann nach den billigsten Flügen sucht und die Airlines sich gegenseitig ausstechen müssen? Immer auf die Kleinen. Wie wärs wenn die Vorstände mal auch an Ihren Gehältern, Vorstandsautos, Flüge zu Meetings in Bussinessclass statt Telefonkonferenzen .... schrauben

  • @Querschlaeger
    Richtig wenn kein Gewinn erzielt ... in diesem Fall ist aber ein Operatives Ergebnis von Mio. €524 in 2012 erwirtschaftet worden.
    (Quelle:http://investor-relations.lufthansagroup.com)

  • Bodenmitarbeiter:
    Wenn der Betrieb aber keinen Gewinn mehr abwirft, weil die Konkurrenz billiger und besser fliegen kann, muessen die Mitarbeiter des Kranich auch ein paar Federn lassen.
    Die alternative Loesung waere der Abbau von Arbeitsplaetzen.

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