Inditex-Chef Amancio Ortega
Mit Klamotten von Zara reicher werden als Buffett

Inditex hat starke Marken und heute auch starke Zahlen präsentiert. Hinter dem Textilkonzern steckt Amancio Ortega Gaona. Ihm ist es gelungen Warren Buffett als zweitreichsten Mann der Welt zu überholen. Wie geht das?
  • 5

MadridEs gibt Geschichten, die würde man im Kino für kitschig halten. Die Lebensgeschichte von dem zweitreichsten Mann der Welt ist so eine. Aber sie ist (noch) nicht verfilmt, sondern hat sich tatsächlich so abgespielt

Amancio Ortega Gaona, Gründer des Inditex-Konzerns und Marken wie Zara, Massimo Dutti oder Bershka, die heute mit knapp 6700 Läden in 88 Ländern vertreten sind, wollte als Kind der Armut seiner Eltern ein Ende setzen. Er verließ deshalb mit 13 Jahren die Schule und schuf im Alleingang ein Milliardenimperium. Mit einem Privatvermögen von aktuell 71,5 Milliarden Euro (17 Prozent mehr als im Vorjahr) hat er laut Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg gerade Warren Buffet als zweitreichsten Mann der Welt überholt. Seine Firmengruppe verdient bestens: Auch im ersten Quartal ist es wieder kräftig nach oben gegangen.

Anders als Buffet meidet Ortega wenn es irgendwie geht die Öffentlichkeit. Seiner Biographin vertraute er aber ein Erlebnis an, das die Motivation für seine Arbeit geliefert habe. Eines Tages stand der kleine Ortega mit seiner Mutter in der Metzgerei, als der Inhaber sich weigerte, der Familie noch einen weiteren Kredit zu geben. Die beiden zogen unverrichteter Dinge wieder ab. „Ich war geschockt“, sagt Ortega. „Ich wollte, dass so etwas meiner Mutter nie wieder passiert.“

Der Grundstein war gelegt für den kometenhaften Aufstieg des spanischen Vorzeigeunternehmers Amancio Ortega Gaona. Vom Laufburschen arbeitet er sich zum Verkäufer in einem Modegeschäft hoch, wo er seine erste Ehefrau kennenlernt. Die beiden beschließen, ähnliche Mode wie die bei ihrem teuren Arbeitgeber selbst zu fertigen – aus billigeren Stoffen, die sie an lokale Händler in Ortegas Heimatstadt La Coruna in Galizien verkaufen.

1963 gründen sie zunächst eine Fabrik, die Bademäntel produziert, 1975 dann ändert Ortega sein Konzept: Mit einem Partner eröffnet er den ersten Zara-Laden. Den Partner zahlt er später aus und beginnt alleine eine beispiellose Expansion – „die Demokratisierung der Mode“, wie er selbst sagt.
Er kopiert trendige Designer und bringt die Sachen blitzschnell in seine Läden. Ortega gilt als Erfinder des „Fast Fashion“-Prinzips: Von der Idee für ein Design bis zur Auslieferung in den Laden vergehen heute im Schnitt nur zwei bis sechs Wochen. Zwei Mal in der Woche treffen bei Zara neuen Lieferungen ein.

Seite 1:

Mit Klamotten von Zara reicher werden als Buffett

Seite 2:

Immobilien als zweite Leidenschaft

Kommentare zu " Inditex-Chef Amancio Ortega: Mit Klamotten von Zara reicher werden als Buffett"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Von der Gnade solcher Leute wie Ihnen leben also die Hartz4ler und sollten Ihnen gefälligst dankbar sein für alles,egal wie viel oder wenig es ist,denn einem geschenkten Gaul schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul,nicht wahr.
    Eine solche Einstellung nach Gutsherrenart kann man also auch heute noch finden.Da können wir wirklich von Glück sagen,dass es Menschen wie Sie gibt,denn von welchen Krümeln sollten sich all die zu recht Armen sonst ernähren,die,sind wir mal ehrlich,doch nur arm sind,weil sie keinen Mumm haben.Zu Hohenzollern Welfen? Wie passend!

  • Gaona ist ein cleverer Geschäftsmann mit renditeorientierten Ideen.
    Er hat alle Eigenschaften, die man in der Unterschicht nicht findet. Dort wird gejammert u. über Leistungsträger, die Hartzer füttern, gelästert.

  • Wie das geht? Wie so oft: Ausnutzung der Lohndifferenzen, Basis des Reichtums der 1. Welt ist die Armut der 3. Welt. Man nehme Bangladesch/Vietnam als Produktionsland, zupft die aktuellen Kollektionen von "Premium"herstellern auf, labelt sein Brand drauf und erhält trotzdem noch ein Premiumplus ggü. Nonames. Verkauft wird natürlich in Hochpreisländern, aber dort als "gute Qualität zum günstigen Preis". Profit ist nicht fair verteilt. Wer das glaubt...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%