Inditex spürt keine Konsumschwäche
Modekette Zara profitiert von Schwellenländern

Der spanische Modekonzern Inditex stemmt sich mit seiner Hauptmarke Zara bislang erfolgreich gegen das insgesamt schwache Konsumklima. Die Verkäufe kletterten in den ersten neun Monaten auf 7,35 Mrd. Euro, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Damit übertraf die Textilgruppe bei weitem die Erwartungen der meisten Analysten.

MADRID. Im dritten Quartal setzte Inditex 2,79 Mrd. Euro um und behauptete damit den Titel als umsatzstärkste Textil-Einzelhandelskette weltweit. Im ersten Quartal dieses Jahres hatte der Konzern erstmals die US-Kette Gap überrundet.

Auch im aktuellen Geschäft vor Weihnachten spürt der Konkurrent der schwedischen H&M-Gruppe noch keine Schwäche. Die ersten sechs Wochen des vierten Quartals zeigten eine ähnliche Entwicklung wie im letzten Jahr, als die globale Wirtschaftslage sehr viel freundlicher war, sagte Inditex-Chef Pablo Isla. An der Madrider Börse wurden die Quartalsergebnisse am Donnerstag mit einem Kursgewinn von über fünf Prozent belohnt.

Das Wachstum in diesem Jahr erzielte Inditex vor allem durch den Ausbau des Geschäfts in Asien und Osteuropa, während sich das Geschäft in Spanien "unterdurchschnittlich" entwickelte, sagte Isla. Entscheidend für die Zahlen des dritten Quartals sei aber vor allem eine strikte Ausgabenkontrolle gewesen, ergänzte er.

Ungeachtet der schlechten globalen Wirtschaftsaussichten setzte die Textilkette aus Galizien ihren aggressiven Expansionskurs fort. Die Gruppe investierte netto 806 Mio. Euros in die Eröffnung von 456 neuen Läden und kommt nun auf insgesamt 4 147 Läden in 71 Ländern. Ein Schwerpunkt lag dabei in Russland, wo die Spanier die Zahl ihrer Läden fast verdoppelten. Das hohe Wachstum in Russland werde auch im kommenden Jahr beibehalten, erwartet Isla. Erstmals eröffnete in diesem Jahr auch ein Zara-Laden in Tokio. In Montenegro stieg die Gruppe mit den fünf Marken Zara, Pull and Bear, Bershka, Stradivarius und Oysho ebenfalls ein.

Etwas enttäuschend waren nach Ansicht der meisten Analysten die Gewinnzahlen. In den ersten neun Monaten verzeichnete die Kette ein Nettoergebnis von 843 Mio Euro, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Um Währungseffekte bereinigt stieg der Nettogewinn um vier Prozent. Auf das dritte Quartal berechnet stieg der Gewinn um 1,2 Prozent auf 437 Mio. Euro.

Insgesamt habe sich Inditex jedoch angesichts der Herausforderungen der globalen Märkte sehr gut behauptet, lobten die Analysten von JP Morgan. Nach ihrer Meinung ist dies "die Konsequenz eines verbesserten Warenangebots von Zara und dem generell zu beobachtenden Trend, dass Ketten in einer schwachen Konsumumfeld besser abschneiden als unabhängige Anbieter."

Anne Grüttner ist Handelsblatt-Korrespondentin in Madrid.
Anne Grüttner
Handelsblatt / Korrespondentin
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