Indonesien gegen Malaysia
Rassistische Roboterwerbung sorgt für diplomatische Krise

Ein Staubsaugerroboter ist an sich ein friedliches Haushaltsgerät. In Asien löst eine Werbekampagne für Haushaltshilfen nun jedoch eine diplomatische Krise aus. Es geht um Rassismus – nicht das erste Mal.
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DüsseldorfDie Werbeanzeige eines Herstellers von Staubsaugerrobotern beweist derzeit in Asien, dass selbst ein Haushaltgerät für eine außenpolitische Krise sorgen kann. Stein des Anstoßes: Ein Werbeplakat der malaysischen Firma RoboVac. „Feuern Sie jetzt Ihr indonesisches Hausmädchen!“ titelte die Anzeige des Unternehmens. Stattdessen solle der Roboter die Wohnung reinigen. Das Land Indonesien hat gegen die Kampagne formell Beschwerde beim Nachbarn Malaysia eingelegt, meldet die BBC. Vermutlich im Verlauf des Freitag tauschen sich Indonesiens Präsident Joko Widodo und der malaysische Ministerpräsident Najib Razak über die Angelegenheit aus.

Die Protestnachricht kam von der indonesischen Botschaft in Kuala Lumpur. „Die Werbung hat die Gefühle des Volkes und der Nation verletzt“, heißt es aus Indonesien. Die Anzeige zielt auf einen wunden Punkt im Verhältnis der Nachbarstaaten. Im relativ wohlhabenden Malaysia arbeiten hunderttausende Indonesierinnen als Haushaltshilfen. Die despektierliche Anzeige wurde von RoboVac inzwischen zurückgezogen Allerdings hat er sich über Soziale Netzwerke rasant verbreitet – und so für Unmut bei der indonesischen Bevölkerung gesorgt. Gerade online wird das rassistische Klischee offen angeprangert.

Es ist nicht das erste Mal, dass schlechte Arbeitsbedingungen der Frauen zu Spannungen zwischen den beiden Ländern führen. Nach vermehrten Berichten über Misshandlungen von indonesischen Arbeiterinnen hatte die indonesische Regierung im Jahr 2009 ein Berufsverbot verhängt. Allerdings wurde es wieder aufgehoben, nachdem sich beide Länder darauf geeinigt hatten, die Arbeitsbedingungen der Frauen zu verbessern. Dazu gehört unter anderem, dass Arbeitgeber die Pässe der Arbeiterinnen nicht mehr einbehalten dürfen.

Der Ärger über die Werbekampagne wird nicht nur in der Politik deutlich. Am Donnerstagnachmittag starteten Hacker einen Angriff auf die Homepage des malaysischen Unternehmens. Von der Seite wird man direkt auf einen schwarzen Bildschirm weitergeleitet. Darauf eine Nachricht der Hacker: „Bitte seid nett zu unseren Schwestern, sie haben Familien, sie haben Kinder. Sie müssen essen, nicht wie euer Roboter.“

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