Industriekunden müssen mehr bezahlen
Verbundnetz Gas hebt Preise ebenfalls an

Einen Tag nach Marktführer Eon Ruhrgas hat gestern auch der ostdeutsche Importeur Verbundnetz Gas (VNG) eine Erhöhung seiner Preise angekündigt. Industriekunden müssten nach jetzigem Stand zum ersten Juli mit zehn bis elf Prozent höheren Preisen rechnen, sagte Vertriebsvorstand Wolfgang Eschment gestern auf der Bilanz-Pressekonferenz. Bei Kommunalversorgern dürfte der Schritt geringer ausfallen, aber auch „einige Prozent“ betragen.

juf DÜSSELDORF. Die Eon Ruhrgas AG hatte angekündigt, sie werde vermutlich zum ersten Juli die Preise deutlich und zum ersten Oktober noch einmal leicht anheben müssen. Die Ferngasgesellschaften, die Kommunalversorger und Industriekunden beliefern, hatten bereits mehrfach ihre Preise angehoben. Dies war bei Verbraucherschützern und Großkunden auf harsche Kritik gestoßen. Die Ferngasgesellschaften begründen die Entwicklung mit dem hohen Ölpreis, an den der Gaspreis in den Verträgen gekoppelt ist, die die Importeure mit den Produzenten einerseits und die Importeure mit den Großkunden anderseits schließen.

Die Formeln nachdem der Ölpreis einbezogen wird, sind aber unterschiedlich. Während Eon Ruhrgas zumeist die Preise in jedem Quartal anpasst und dabei die Ölpreisentwicklung im vorletzten Quartal heranzieht, haben andere Importeure kürze oder längere Referenzperioden. Die Verträge der Industriekunden unterscheiden sich noch stärker und werden zumeist individuell ausgehandelt.

Die VNG gehört zu den fünf größten Ferngasgesellschaften, hat einen Marktanteil von 16 Prozent und wird seit vergangenem Jahr vom Oldenburger Regionalversorger EWE kontrolliert, nachdem sich Eon und Ruhrgas im Zuge ihrer Fusion von Anteilen trennten. Den Absatz steigerte das Unternehmen im vergangenen Jahr leicht auf den Rekordwert von 161,6 (160,2) Mrd. Kilowattstunden. Der Umsatz blieb mit 3,3 Mrd. Euro konstant. Der Überschuss verringerte sich auf 123 (124) Mill. Euro.

Auch der weltgrößte Gaskonzern Gazprom ist über eine Tochter mit gut fünf Prozent an der VNG beteiligt. VNG-Vorstandschef Klaus-Ewald Holst bekräftigte gestern, dass sein Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem russischen Partner ausbauen möchte. Die VNG bietet Gazprom beispielsweise an, die geplante Ostseepipeline in Norddeutschland an das VNG-Netz anzubinden.

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