Initiative zum Energiegipfel Ende September
Eon will Strompreis vorerst einfrieren

In den Streit um die steigenden Strompreise kommt Bewegung: Die Energiebranche prüft auf Vorschlag des Eon-Konzerns, die bereits angekündigten Preiserhöhungen zu verschieben. Im Gegenzug bemüht sich die Bundesregierung, die Genehmigungsverfahren für den Bau neuer Kraftwerke zu beschleunigen, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Beteiligten.

dc/jsn/juf DÜSSELDORF. Über einen entsprechenden Kompromiss solle auf dem geplanten Energiegipfel bei Bundeskanzler Gerhard Schröder beraten werden. Als Termin ist offenbar der 30. September vorgesehen.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen setzt sich vor allem Eon-Chef Wulf Bernotat dafür ein, die Preise in der Branche so lange einzufrieren, bis die neue Energie-Regulierungsbehörde, die beim Regulierer für Post und Telekommunikation angesiedelt ist, im Frühjahr 2005 ihre Arbeit aufnimmt. Diesen Vorschlag wolle der Eon-Chef auf dem Energiegipfel unterbreiten. Der RWE-Konzern reagierte allerdings zurückhaltend auf Bernotats Vorschlag. RWE hatte Ende August angekündigt, seine Tarife für Endkunden ebenso wie die Entgelte für die Netz-Durchleitung von fremdem Strom deutlich anheben zu wollen. Ähnliche Pläne verfolgt der Energiekonzern Vattenfall. Die Vorstöße hatten eine heftige Kontroverse mit der Bundesregierung ausgelöst.

Der Präsident der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, ist für den Chefposten der internationalen Telekommunikationsbehörde ITU nominiert worden, der im Herbst 2006 neu zu besetzen ist. Das Bundeswirtschaftsministerium trat aber gestern Spekulationen über mögliche Differenzen mit Kurth entgegen. Die Nominierung sei „Ausweis der hohen Kompetenz“ Kurths, betonte eine Sprecherin. Und das Ministerium befürworte eine Verlängerung seines Vertrags. Kurths fünfjährige Amtsperiode in Bonn endet Anfang 2006. Ob sich die ITU tatsächlich für ihn entscheidet, ist offen.

Quelle: Handelsblatt

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