Inside: Alitalia
Fälliger Wechsel

Alitalia steht kurz vor dem Aus. Aber die Mitarbeiter tun weiter so, als hätten sie ein unverfallbares Recht auf ihre monatlichen Gehälter von Alitalia. Dieses Verhalten mag vor Jahren noch durchgegangen sein, doch in Zukunft dürfte es schwierig werden für Italiens Fluggesellschaft.

MAILAND. Gleich fünf Flüge musste Alitalia am vergangenen Freitag streichen. Der Grund: Die Flugzeug-Besatzungen kamen nicht. So blieben fast 400 bereits eingecheckte Gäste am Boden. Es war der Abend, an dem Italien bei der WM gegen die Ukraine spielte – wahrscheinlich der wahre Grund für die fehlenden Flugbegleiter und Piloten.

Das ist nur eine kleine Episode, aber sie ist beispielhaft für die Einstellung der Mitarbeiter des ehemaligen Staatskonzerns. Die Belegschaft der Airline, deren Stewards und Stewardessen jahrelang besser bezahlt wurden als die gesamte internationale Konkurrenz, erkennt den Ernst der Lage bis heute nicht. Alitalia steht kurz vor dem Aus. Aber die Mitarbeiter tun weiter so, als hätten sie ein unverfallbares Recht auf ihre monatlichen Gehälter von Alitalia.

Dass der Kunde dabei auf der Strecke bleibt, interessiert nicht. Dieses Verhalten mag vor Jahren noch durchgegangen sein. Heute aber können auch die Italiener zwischen Fluggesellschaften wählen. Und sie tun dies immer häufiger zu Lasten der Alitalia. Hinzu kommt, dass in Rom ein anderer Wind weht. Unter der vergangenen Regierung von Silvio Berlusconi kam Alitalia gleich mehrmals in den Genuss staatlicher Rettungsmaßnahmen. Noch Ende 2005 sicherte eine Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro das Überleben.

Doch mit dem Antritt von Romano Prodi, der sich die Liberalisierung in allen Bereichen der Wirtschaft auf die Fahne geschrieben hat, dürfte es schwierig werden für Italiens Fluggesellschaft. Innerhalb von sechs Monaten soll in Rom die Entscheidung über die Zukunft von Alitalia fallen. Nicht einmal eine Insolvenz gilt in Rom mehr als Tabu.

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