Inside: Carrefour: Verlockende Immobilien

Inside: Carrefour
Verlockende Immobilien

Je karger die offiziellen Begründungen der Unternehmen bei personellen Wechseln in den Chef-Etagen ausfallen, desto größer ist das Interesse der Finanzmärkte. Die Vorgänge beim französischen Einzelhandelsriesen Carrefour bestätigen das einmal mehr.

PARIS. Mit der Begründung „divergierender Strategie-Ansätze“ setzte die Familie Halley, die einst die in Carrefour aufgegangene Supermarktkette Promodès gegründet hatte, ihren langjährigen Freund Luc Vandevelde vergangene Woche vor die Tür. Vandevelde leitet nun nicht länger die Familienholding der Halleys, bleibt aber merkwürdigerweise Aufsichtsrats-Chef von Carrefour, obwohl er dieses Amt vor allen Dingen der Verbindung zur Familie Halley verdankt, die 13 Prozent am Carrefour-Kapital hält.

Daran entzündete sich die Phantasie der Märkte: Die Aktie gewann in wenigen Tagen mehr als vier Prozent bei hohen Umsätzen. Treiber des Kursgewinns waren Spekulationen, dass die Halleys mit diesem Schritt den Anfang vom Ende ihres historischen Engagements in der Supermarktkette eingeleitet haben könnten.

Doch: Wäre die Familie mit dem Kurs des Carrefour-Konzernchefs José Luis Duran nicht einverstanden, müssten die Halleys eigentlich auch ihn vor die Tür setzen. Nicht wenige Akteure an den Märkten glauben daher, dass der Zwist mit Vandevelde eher darin bestand, dass dieser für einen Ausstieg der Halleys aus Carrefour plädierte. Die Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“ meldete, der Halley-Anteil sei bereits Investoren angeboten worden.

Rückblende: Erst 2005 rückte der gebürtige Belgier Vandevelde an die Spitze des Carrefour-Aufsichtsrats. Er kam im Doppelpack mit CEO Duran, nachdem sich die Halleys vom langjährigen Carrefour-Chef Daniel Bernard getrennt hatten. Das neue Duo sollte endlich dem schleichenden Marktanteilsverlust im Stammmarkt Frankreich Einhalt gebieten und die Ertragskraft verbessern.

Carrefour-CEO Duran setzt darauf, die Kunden mit gezielten Preissenkungen in seine Verbrauchermärkte zu locken. Durch die so erzielten Absatzsteigerungen – vor allem der margenstarken Eigenmarken – soll dann auch der Gewinn wieder zulegen. Im vierten Quartal ging diese Rechnung allerdings nicht auf – Carrefour verzeichnete sinkende Absätze in Frankreich.

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