Inside: Easy Jet
Zwischen den Fronten

Easyjet ist ein Sieger. Als einer der Pioniere der Billigfliegerei hat das englische Unternehmen entscheidend dazu beigetragen, den europäischen Luftverkehrsmarkt für immer zu verändern. Doch der Erfolg der Billigflieger bringt es mit sich, dass sich Sieger auf dem Markt nicht mehr ausruhen können.

LONDON. Der Kunde ist zum Schnäppchenjäger erzogen. Er hat sich daran gewöhnt, dass die Taxifahrt zum Flughafen teurer ist als der Flug.

Der Wettbewerb auf den europäischen Strecken ist beinhart. Immer neue Kopien der Ryanairs und Easyjets sind auf den Markt gekommen. Auch einstige Ferienflieger wie Air Berlin drängen mächtig nach. Und die großen Fluggesellschaften modeln ihren Europaverkehr auf das Billigflieger-Modell um: Buchung über das Internet, Verpflegung gegen Aufpreis, Abschaffung der Klassen.

Das setzt Easyjet von zwei Seiten unter Druck. Darum hat der neue Vorstandschef Andrew Harrison, der vom Automobilclub RAC kam, dem Unternehmen langsameres Wachstum verordnet. Langsam, das heißt hier allerdings: nur noch 15 statt 20 Prozent im Jahr. Außerdem will er die Kosten senken und die Einnahmen je Passagier steigern, damit die Renditen abheben.

Die Kosten je Sitzplatz sollen – ohne Treibstoff – um drei bis fünf Prozent sinken. Das ist umso nötiger, als es die permanent steigenden Kerosin-Kosten zu kompensieren gilt. Und je besser das den Billigfliegern gelingt, desto schlechter sehen die Konkurrenten aus, die Kerosin-Aufschläge verlangen. Um die Einnahmen aufzupolstern, setzt Easyjet wie andere Billigflieger darauf, den Passagieren mehr Geld zusätzlich zum Ticketpreis aus der Tasche zu ziehen. Und zwar nicht nur für Brötchen und Getränke, sondern auch für die Vermittlung von Mietwagen, für Übergepäck oder für das Recht, als erster ins Flugzeug einzusteigen. Die Fantasie kennt keine Grenzen: Ryanair verlangt schon Geld dafür, dass überhaupt Gepäck eingecheckt wird.

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