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Ferrovial: Mit allen Mitteln

Auch nach etlichen Zukäufen hat der zweitgrößte spanische Bau- und Infrastrukturkonzern Ferrovial eine prall gefüllte Kasse.

MADRID. Bisher hat das von der Familie del Pino kontrollierte Unternehmen die vor allem auf dem Heimatmarkt erwirtschafteten Rekordgewinne effizient in die internationale Expansion gesteckt. Im vergangenen Jahr kaufte Ferrovial das größte texanische Bauunternehmen Webber Group und das weltweit größte Handlingunternehmen Swissport. Mit dem Erwerb des polnischen Baukonzerns Budimex folgte ein wichtiges Standbein im Wachstumsmarkt Osteuropa.

In diesem Jahr greifen die Spanier nach dem britischen Flughafendienstleister BAA. Warum engagiert sich Ferrovial diesmal in einem reifen Markt? Und warum sind die Spanier gerade an diesem Unternehmen so interessiert?

Das hat vor allem praktische Gründe. Ferrovial meidet, wie viele spanische Konkurrenten, seit geraumer Zeit den natürlichen Markt Lateinamerika. Zunächst geschah dies vor allem wegen der großen wirtschaftlichen Unsicherheit in der Region. In jüngster Zeit wirkten die politische Entwicklung in Ländern wie Venezuela und Bolivien abschreckend. Auch Investoren und Analysten drängen Ferrovial, verstärkt in stabilere Länder zu investieren. Großbritannien gilt den Finanzprofis dabei als erste Wahl, schließlich gibt es kein Land in Europa, wo Übernahmen durch ausländische Konzerne auf so geringen Widerstand treffen.

Außerdem folgt Ferrovial mit dem Übernahmeangebot für BAA dem Beispiel prominenter spanischer Konzerne. So konnte sich Telefónica 2005 problemlos den britischen Konkurrenten O2 einverleiben. Ein Jahr zuvor hatte die größte spanische Bank Santander Central Hispano die britische Hypothekenbank Abbey National gekauft. Beide Zukäufe machten die Spanier mit einem Schlag zu Top-Playern in ihren Branchen. Das will Ferrovial nun ebenfalls erreichen. Um Deutschland und Italien, ebenfalls interessante Märkte, machen dagegen immer mehr spanische Unternehmer einen Bogen. Der politische Widerstand sei einfach zu groß, heißt es. Der verzweifelte Versuch der zweitgrößten spanischen Bank BBVA, die italienische Bank BNL zu übernehmen, hat diese Befürchtungen bestätigt.

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