Inside: Medion
Auslaufendes Modell

Abwärts, bitte. Erst eine bittere Gewinnwarnung und pessimistische Prognose für 2006 Anfang Januar. Jetzt der Abstieg der Medion-Aktie aus dem M-Dax. Ein Trauerspiel. In den vergangenen fünf Jahren hat man mit keiner anderen M-Dax-Aktie so viel Geld verloren, tadelt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

DÜSSELDORF. So richtig kann sich Gerd Brachmann, Vorstandschef des Computer- und Elektronikhändlers Medion, nicht auf die kommende Fußball-Weltmeisterschaft freuen. Und das, obwohl gerade die Branche Unterhaltungselektronik boomt wie selten und im Vorfeld der WM ein „zweites Weihnachtsgeschäft“ erwartet. Nur: An Medion dürfte der Geldsegen vorbei gehen.

Während bei der Konkurrenz der Absatz von LCD- und Plasma-TV-Geräten brummt, läuft bei Medion in der Konsumelektronik wenig rund. Zwar stieg der Umsatzanteil der Konsumelektronik in den ersten neun Monaten 2005 gegenüber dem Vorjahr von 24,4 auf 25,1 Prozent. Das gelang aber nur, weil der PC-Umsatz noch stärker fiel als der Umsatz mit Fernsehern und DVD-Rekordern.

In absoluten Zahlen sank das Geschäft mit Unterhaltungs- und Haushaltselektronik im Neun-Monatsvergleich von 380 auf 363 Millionen Euro. Und das Weihnachtsgeschäft hat es offenbar auch nicht rausgerissen, wie die Alarmmeldung im Januar gezeigt hat. Genaue Informationen soll es erst am 23. März geben, wenn Medion die endgültige Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert.

Medion hat sich vom Aufwärtstrend in der Branche abgekoppelt. Getragen vor allem vom Flachbildschirm-Absatz schoss der Umsatz um fast 13 Prozent in die Höhe und soll auch 2006 kräftig steigen.

Da muss was passieren, fordern Analysten. Für Medion komme es darauf an, nach der Sättigung des Marktes mit Massencomputern den Brückenschlag zum neuen Massenmarkt Flachbildschirm-Fernseher zu schaffen, sagen etwa die Branchenexperten der niederländische Großbank ABN-Amro.

Aber warum ist Medion im Wohnzimmer nicht Zuhause? Mit dem Übergang vom Mitnahme-PC von der Palette zum teuren Plasma-TV mit Hauslieferung steigen die Logistik- und Servicekosten – auch im Schadens- und Garantiefall – überproportional. Außerdem hat Medion kaum Zugang zum Elektrofachhandel gefunden, und gilt bei vielen Kunden noch immer als die Discountermarke.

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