Inside: Sports Direct
Der Schrecken der Börse

Manche Unternehmertypen passen nicht an die Börse. Seit einem halben Jahr demonstriert der öffentlichkeitsscheue Milliardär Mike Ashley, dass die Anpassung an die Gepflogenheiten der City schwer sein kann. Der 43-jährige Gründer und Chef des Sportwarenhändlers Sports Direct hat die Anleger nach dem Börsengang binnen weniger Monate auf die Palme gebracht.

LONDON. Impulsive Macher, die aus dem Bauch heraus entscheiden, tun sich schwer in einem Umfeld, das Berechenbarkeit und Transparenz verlangt. Das hat Richard Branson, Gründer der Virgin-Gruppe, ebenso erfahren wie die jüngst verstorbene Body-Shop-Schöpferin Anita Roddick.

Auch Mike Ashley, Chef des Sportwarenhändlers Sports Direct, hat mit seiner allzu hemdsärmeligen Art den Börsenwert inzwischen von 2,2 Mrd. Pfund (3,2 Mrd. Euro) auf 900 Mill. Pfund eingedampft. Dabei hat Sports Direct durchaus eine attraktive Story zu bieten. Auch die Zahlen können sich sehen lassen: Zuletzt machte das Unternehmen bei 1,2 Mrd. Pfund Umsatz 145 Mill. Pfund Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Mit einem Laden begann Ashley seine Karriere, nachdem er mit 16 seine Schulausbildung abgebrochen hatte. Heute sind es 465 und Sports Direct ist Marktführer in Großbritannien. Ashleys Motto ist „Stapele die Waren hoch und verkaufe sie billig“ – London-Touristen kennen das vielleicht von seinem vollgestopften Sportkaufhaus Lillywhites am Piccadilly Circus. Sein Ziel ist es schlicht, der größte und profitabelste Sportartikelhändler der Welt zu werden. Da sind die insgesamt 57 Auslandsfilialen erst ein bescheidener Anfang.

Das zweite Standbein von Sports Direct ist eine rasch wachsende Sammlung von Sport- und Freizeitmarken. Ashley hat das Talent bewiesen, müde Marken preiswert zu kaufen und sie wieder stark zu machen. Zu seinem Imperium zählen die Tennis-Marken Dunlop und Slazenger, die Box-Brands wie Lonsdale, die Outdoor-Ausrüster Karrimor und No Fear und manche andere. Kurz nach dem Börsengang machte Ashley mit dem privaten Einstieg bei Adidas Furore, doch er hielt den Anteil von rund drei Prozent nur wenige Wochen und machte angeblich beim Wiederverkauf einen Gewinn von 43 Mill. Euro. Für Verwirrung sorgte, dass kurz danach Sports Direct für rund 50 Mill. Pfund bei Adidas einstieg.

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