Inside: Techem
In der Wagenburg

Eigentlich hätte es Techem-Chef Horst Enzelmüller nicht überraschen dürfen. Schließlich redet der Vorstandsvorsitzende des deutschen Marktführers in der Heizkostenerfassung seit Monaten ständig mit Investoren, die an seinem Unternehmen interessiert sind. Doch der Vorstoß des australischen Finanzkonzerns Macquarie war von ungewohnter Rasanz

FRANKFURT. Nach nur zwei wenig ergiebigen Gesprächen Anfang und Mitte Oktober gingen die Aussies in die Offensive. Am 23. Oktober kündigten sie ein Übernahmeangebot für Techem an. Mit einem Preis von 44 Euro je Aktie blieb es zwar unter dem von Analysten errechneten fairen Wert von 45 Euro und war damit kaum aggressiv zu nennen. Die Techem-Spitze stufte es dennoch als feindlich ein und begann umgehend und mit einer wachsenden Schar von Beratern, an einer Abwehr-Strategie zu feilen.

Nicht nur Enzelmüller in seiner Wagenburg fragt sich, was die Australier mit dem Unternehmen vorhaben. Im Vergleich zu den typischen Anlageobjekten der Macquarie-Infrastrukturfonds wie Flughäfen, Energieversorger, Mautautobahnen oder dem gerade gekauften britischen Wasserversorger Thames Water ist Techem mit 2 400 Mitarbeitern und 521 Millionen Euro Umsatz 2005/06 ein kleiner Brocken. Und in die Phalanx der reinrassigen Infrastruktur-Unternehmen lässt sich die Eschborner Firma ebenfalls nicht nahtlos einreihen. Ihre Aktie rangiert eher in der Rubrik Wohnungswirtschaft.

Denn Techems Hauptgeschäft ist die Ermittlung und Abrechnung von Wärmekosten in Wohnanlagen, eher ein Nebenprodukt des Energiemarkts. Mit fast 31 Millionen Messgeräten – vor allem Wasserzählern und den wohl bekannten Kästchen an den Heizkörpern – in 5,2 Millionen Haushalten kommt Techem in Deutschland auf einen Marktanteil von fast 29 Prozent.

Damit liegen die Eschborner vor dem Essener Konkurrenten Ista (gut 24 Prozent), der gerade seinen Börsengang vorbereitet. Ista hat im Ausland die Nase vorn, sieht sich als Weltmarktführer. Auch Techem macht international Dampf, vor allem in Osteuropa. Zudem expandieren die Eschborner mit dem zweiten Bein, dem Bau und Betrieb von Heizanlagen in Wohnkomplexen.

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