Inside: Thiel Logistik
Jede Menge Hausaufgaben

Maßnahmenkataloge sind oft verräterisch – sie enthüllen gnadenlos die Versäumnisse der Vergangenheit. Das gilt auch beim luxemburgisch-deutschen Logistik-Dienstleister Thiel.

FRANKFURT. Vier Referate benötigte der Vorstand unlängst in der Bilanz-Pressekonferenz, um ein Panorama der geplanten Aktionen zur Ertragsverbesserung zu entwerfen. Im Kern laufen sie alle auf dasselbe hinaus: endlich Vorteile aus der Integration der in den vergangenen Jahren zusammen gekauften Konzernteile zu ziehen.

Im März 2000 war Thiel Logistik unter dem Gründer Günter Thiel an die Börse gegangen. Für das Geld kaufte er noch im selben Jahr kaufte die österreichischen Spediteure Quehenberger und Delacher, noch heute tragende Säulen des Konzerns. Fünf weitere Unternehmen folgten.

2002 später erhielt Thiel zudem einen neuen Großaktionär: Delton, die Holding des Milliardenerben Stefan Quandt, übernahm zunächst 45 Prozent der Aktien. Dann brachte sie ihre Automobil-Spedition Microlog bei Thiel ein – der Delton-Anteil stieg auf gut 50 Prozent. Es war klar, wer der neue Herr im Hause war.

Die Kollision zwischen dem neuen, eher nüchtern-abwägenden Mehrheitseigner und dem expansionsberauschten Gründer-Chef ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem Thiel noch 2001 Umsatz und Gewinn verdoppelt hatte, meldete er für 2002 einen dramatischen Gewinneinbruch – seine Tage im Unternehmen waren gezählt. Im April 2003 übernahm der Ex-Bertelsmann- und -Karstadt-Vorstand Klaus Eierhoff das Konzernsteuer.

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