Inside: TNT
Der Übernahmekandidat

Der niederländische Postkonzern TNT hat sich von seinem Logistikgeschäft getrennt. TNT-Chef Peter Bakker will das Unternehmen auf das lukrative Brief- und das Expressgeschäft mit Paketen konzentrieren. Mit dieser Strategie hat Bakker aber noch ganz andere – unliebsame – Geister auf den Plan gerufen.

DÜSSELDORF. Für knapp 1,5 Milliarden Euro hat Bakker daher die Kontraktlogistik, das Lager- und Dienstleistungsgeschäft mit Großkunden, insbesondere aus der Automobilindustrie, an den angelsächsischen Finanzinvestor Apollo verkauft.

Zwar hat der TNT-Chef damit Geld in die Kasse gespült, um sein Kerngeschäft auszubauen. Nun aber ist der niederländische Postkonzern mit seinen 10 Milliarden Euro Umsatz und einer angepeilten Umsatzrendite von 18,5 Prozent auch als Übernahmekandidat noch attraktiver geworden. Insbesondere die großen US-Expressdienste UPS und Fedex suchen nach Verstärkungen in Europa. Nun wird ihnen TNT sozusagen auf dem Präsentierteller serviert.

Denn mit dem Verkauf der 3,4 Milliarden Euro schweren Logistiksparte hat Bakker TNT sichtlich entschlackt. Sie galt als vergleichsweise wenig erfolgreicher Gemischtwarenladen und war wohl eher ein Klotz am Bein. Das - allerdings vor dem Verkauf ausgesonderte - Geschäft in Frankreich schrieb sogar rote Zahlen. TNT erzielte in der Kontraktlogistik 2005 eine operative Umsatzrendite von knapp vier Prozent.

Das war Bakker zu wenig. Er hat die 19,5 Prozent im Brief- und die knapp neun Prozent im Expressgeschäft im Auge, die TNT zu einem der renditestärksten Postkonzerne der Welt machen. Was er allerdings nicht sagt: Zwar ist der verkaufte TNT-Teil in der Kontraklogistik weltweit die Nummer zwei mit einem Anteil von 2,2 Prozent – in einem sehr fragmentierten Markt mit einem Volumen von 167 Milliarden Euro. Doch um Kunden rund um den Globus betreuen zu können, hätte TNT kräftig investieren müssen.

Denn die Konkurrenz hat in der Logistik gewaltig aufgerüstet. Anders als TNT setzt sie auf Komplettangebote aus Service und Transport. Die Deutsche Post hat die britische Exel für rekordverdächtige 5,6 Milliarden Euro gekauft und ihr Geschäft auf einen Schlag internationalisiert. Die Kontraktlogistik-Tochter DHL Exel Supply Chain (vormals DHL Solutions) ist mit einem Marktanteil von 5,5 Prozent die Nummer eins in der Welt.

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