Insider-Bericht
Metro-Chefsuche in der Sackgasse

Die Suche nach einem neuen Metro-Chef gerät offenbar ins Stocken. Laut Insider-Berichten gibt es für keinen der beiden möglichen Kandidaten eine Mehrheit im Aufsichtsrat. Jetzt werden verschiedene Varianten diskutiert.
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DüsseldorfBeim Handelsriesen Metro droht bei der Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Chef Eckhard Cordes eine Patt-Situation. Weder für Finanzvorstand Olaf Koch noch für Vorstandsmitglied Joel Saveuse zeichne sich bislang eine klare Mehrheit im Aufsichtsrat ab, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Deshalb werde auch eine Kompromisslösung sondiert. Unter anderem werde erwogen, dass Saveuse zunächst an die Metro-Spitze rückt - und Koch nach einer Übergangszeit als Vize-Chef das Ruder übernimmt. Als zweite Variante sei denkbar, dass einer der beiden Kandidaten von sich aus verzichte - oder dazu gedrängt werde. Ob mit solchen Szenarien aber Gräben im Aufsichtsrat zugeschüttet werden können, bleibt offen. Ein Metro-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren. Personalien seien Sache des Aufsichtsrats, unterstrich er.

Am Freitag soll das Kontrollgremium der Metro in Düsseldorf zusammentreten - und muss sich gleich mit einer weiteren wichtigen Personalie befassen. Denn neuer Aufsichtsratschef soll Franz Markus Haniel werden. Er soll nach dem Willen des Metro-Großaktionärs zum Nachfolger des scheidenden Chefs des Duisburger Mischkonzerns, Jürgen Kluge, an die Spitze des Metro-Kontrollgremiums gewählt werden. Haniel ist zugleich Oberhaupt des milliardenschweren Haniel-Familienclans und Chef des Aufsichtsrats des Duisburger Konzerns. Hinter den Kulissen versucht er Insidern zufolge derzeit mit Hochdruck, eine Lösung für die Metro-Spitze zu finden. Und das ist nicht einfach, denn der Monate dauernde, von einer medialen Schlammschlacht begleitete Machtkampf um den Verbleib von Cordes hat auch tiefe Spuren im Metro-Aufsichtsrat hinterlassen, berichten Insider. „Die öffentliche Diskussion um die Führung der Metro hat die Atmosphäre beeinträchtigt“, hatte Kluge selbst bei seinem Rücktritt von der Spitze des Metro-Aufsichtsrats erklärt. Mittlerweile hat Kluge auch seinen Rückzug von der Spitze des Haniel-Konzerns angekündigt. Auch hier muss Franz Markus Haniel einen Nachfolger suchen. Doch zunächst muss der die Kandidatensuche bei der Metro in trockene Tücher bringen. Haniel müsse einen „gordischen Knoten“ durchschlagen, sagt ein Insider.

Die Kapitalseite im Aufsichtsrat tendiere mehrheitlich zu Finanzchef Koch, sagen mit dem Vorgang vertraute Personen. Der erst 41jährige Betriebswirt hatte wie Cordes beim Autokonzern Daimler gearbeitet und war dann im September 2009 vom Finanzinvestor Permira nach Düsseldorf gewechselt. Dort hatte er zusammen mit Cordes das Sparprogramm Shape durchgeboxt - das im Lager der Arbeitnehmer auf teils erbitterten Widerstand stieß.

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