Insolvente Airline

Air Berlin will Bundeskredit zurückzahlen

Air Berlin droht in der Insolvenz das Geld auszugehen. Muss der Bund nun um die Rückzahlung seines 150 Millionen Euro schweren Überbrückungskredits fürchten? Die Airline tritt diesen Sorgen nun entgegen.
Kommentieren
Der Bund hatte den Verkauf der Airline mit einem Überbrückungskredit gesichert. Quelle: dpa
Flugzeug von Air Berlin

Der Bund hatte den Verkauf der Airline mit einem Überbrückungskredit gesichert.

(Foto: dpa)

BerlinDie insolvente Fluggesellschaft Air Berlin tritt Befürchtungen entgegen, sie könne einen 150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes nicht zurückzahlen. „Wir haben gute Verkaufserlöse erzielt“, sagte Sprecher Heinz-Joachim Schöttes am Freitag. „Wir gehen deshalb derzeit davon aus, den Überbrückungskredit an die KfW zurückzahlen zu können.“

Lufthansa und Easyjet haben sich den Großteil Air Berlins gesichert. Lufthansa überweist 210 Millionen Euro, Easyjet 40 Millionen Euro. Damit das Geld fließen kann, muss jedoch die EU-Kommission dem Verkauf zustimmen. Lufthansa rechnet damit im Dezember.

Mit dem Kredit durch die staatliche Förderbank KfW hatte der Bund Mitte August verhindert, dass die Maschinen von Air Berlin nach dem Insolvenzantrag am Boden bleiben müssen. Damit wurde der Verkauf gesichert.

So hat Tegel Air Berlin verabschiedet
Touchdown in Tegel
1 von 16

Um 23.58 Uhr setzte die Maschine in Berlin auf. Der letzte Flug mit Kennung „AB“.

Ehrenrunden über Berlin
2 von 16

Die Flugroute über Berlin diente dazu, als wirklich letztes Flugzeug zu landen. Die Schleifen deuteten viele als die Form eines Herzens.

Joachim Hunold
3 von 16

Mit an Bord: der ehemalige Geschäftsführer der Fluggesellschaft und Mitglied im Verwaltungsrat, Joachim Hunold. Er hatte in 20 Jahren an der Konzernspitze aus einer Mini-Gesellschaft mit zwei Flugzeugen die Nummer zwei in Deutschland gemacht, in ihrer Hochzeit mit mehr als 35 Millionen Passagieren und vier Milliarden Euro Jahresumsatz.

Der heute 68-jährige Düsseldorfer war es aber auch, der seine Firma durch Zukäufe und schnelles Wachstum in eine komplexe Struktur und Kostenfalle trieb, aus der sie nie wieder herauskam.

Ende eines Kapitels deutscher Wirtschaftsgeschichte
4 von 16

Nach 39 Jahren mit teils rasantem Wachstum endet die Zeit von Air Berlin. Der letzte Flieger in Berlin-Tegel wird am späten Freitagabend gebührend empfangen.

Gruß der Flughafenfeuerwehr
5 von 16

Mit Wasserfontänen wird normalerweise die Ankunft einer neuen Fluggesellschaft an einem Airport gefeiert - jetzt gilt die Geste einem letzten Flug.

Spalier zum Abschied
6 von 16

Air-Berlin-Mitarbeiter nehmen Crew und Passagiere von AB6210 in Empfang.

„Unsere AB“
7 von 16

Ein Schluck Sekt auf das Ende der Airline. Flug AB6210 ist der letzte mit Air-Berlin-Kennung, der auf einem Flughafen gelandet ist.

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am Mittwoch hatte der Sachwalter der Air-Berlin-Gläubiger, Lucas Flöther, erklärt, es drohe die Masseunzulänglichkeit: Die Masse des Unternehmens reiche voraussichtlich nicht aus, um bestehende Verbindlichkeiten zu erfüllen, die über die Kosten des Insolvenzverfahrens hinausgingen.

Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte daraufhin, es erwarte weiterhin, dass der 150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes zurückgezahlt wird. Es handelt sich dabei um einen Massekredit, der nach dem Insolvenzantrag gewährt wurde und daher vorrangig zurückzuzahlen ist.

  • dpa
Startseite

0 Kommentare zu "Insolvente Airline: Air Berlin will Bundeskredit zurückzahlen"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%