Insolvente Buchhandelskette Weltbild verhandelt über weitere Schließungen

Die Verhandlungen mit dem Finanzinvestor Paragon über einen Einstieg bei Weltbild ziehen sich hin. In welchem Umfang das Filialgeschäft erhalten bleibt, ist derzeit unklar – weitere Schließungen stehen im Raum.
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Investor Paragon rettet Weltbild - oder?

MünchenDer insolvente Medienkonzern Weltbild könnte seine Buchhandelskette mit deutlich mehr als 1.000 Mitarbeitern noch stärker verkleinern als bisher bekannt. Die bereits beschlossene Schließung von 53 der im Frühjahr noch 220 Filialen ist möglicherweise nicht das Ende der Fahnenstange, wie der zuständige Sanierungsexperte Christoph Schotte am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters sagte. „Darüber hinaus verhandeln wir über weitere Schließungen.“ Statt der bisher geplanten Zahl von 167 könnten am Ende lediglich 149 Geschäfte übrig bleiben. Darüber liefen Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. „Was am Ende herauskommt, sehen wir, wenn der Prozess abgeschlossen ist.“

Weltbild beschäftigt nach Angaben des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz derzeit rund 2.100 Mitarbeiter, davon mehr als die Hälfte in den Buchfilialen. Hinzu kommen weitere Beschäftigte, die nur befristet eingestellt oder bereits gekündigt sind. Die katholische Kirche hatte ihrem verlustreichen Medienkonzern im Januar den Geldhahn zugedreht. Nach der Insolvenz der Muttergesellschaft, die unter anderem das Versandhaus betreibt, suchten im Februar auch die Ladengeschäfte Schutz vor den Gläubigern. Diese gaben am Freitag grünes Licht für die Sanierung der Filialen.

Im Mai hatte Insolvenzverwalter Geiwitz den Münchner Finanzinvestor Paragon Partners als rettenden Investor für den Gesamtkonzern präsentiert. Paragon sagte einen Erhalt des Filialgeschäfts zu und sollte sich mit 51 Prozent an Weltbild beteiligen, während die Gläubiger 49 Prozent übernehmen sollten. Doch die Verhandlungen mit Paragon ziehen sich hin, mittlerweile sprechen beide Seiten über ein geändertes Angebot des Investors. Details dazu wurden nicht veröffentlicht.

Weltbild war zu einem der größten Buchkonzerne Deutschlands aufgestiegen, der – gemeinsam mit seinem früheren Partner Hugendubel – mit den Rivalen Thalia und Amazon um die Vorherrschaft kämpfte. Doch Weltbild verlor zunehmend an Boden. Die Augsburger mussten schließlich einräumen, das Tempo des digitalen Wandels in der Branche unterschätzt zu haben.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Insolvente Buchhandelskette: Weltbild verhandelt über weitere Schließungen"

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  • Möge der kleine tapfere Weltbild Verlag überleben und besonders die Filiale in Wiesbaden.
    Ich hoffe die katholische Zensur ist aufgehoben und man bekommt wieder alles.
    Auch diese Erotik Sachen.

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