Insolvente Drogeriekette: Anton Schlecker kehrt nicht zurück

Insolvente Drogeriekette
Anton Schlecker kehrt nicht zurück

Die Rettung ist noch nicht in Sicht, aber für Anton Schlecker steht offenbar schon fest: Bei einer erfolgreichen Sanierung der Drogeriekette kehrt er nicht zurück. Laut Medienberichten würden seine Kinder übernehmen.
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DüsseldorfSollte die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker erfolgreich saniert werden, will Anton Schlecker - Gründer und bislang alleiniger Inhaber des Unternehmens - das Geschäft vollständig an seine beiden Kinder Meike und Lars Schlecker abtreten. Das berichtete der "Focus" gestern unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Eine weitere operative Aufgabe im Unternehmen strebe der 67-Jährige nicht an. Anton Schlecker hat die Drogeriekette, die als Schlecker e.K. firmiert, als Einzelkaufmann geführt. Die Konsequenz aus der Schlecker-Pleite ist seine Privatinsolvenz. Das letzte Wort bei Schlecker hat nun der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

Meike Schlecker (38) und ihr zwei Jahre älterer Bruder Lars sind schon länger Mitglieder in der Geschäftsführung der Drogeriemarktkette. Allerdings galt ihr Vater bis vor zwei Wochen, als Schlecker beim Amtsgericht Ulm Insolvenz beantragt hatte, noch immer als starker Mann in der Zentrale. Daneben gibt es noch zwei externe Manager: den für das operative Geschäft verantwortlichen Thorben Rusch und Finanzchef Sami Sagur.

Bei der ersten Schlecker-Pressekonferenz seit zwei Jahrzehnten war Meike Schlecker allein vor die Kameras getreten - ihr Bruder informierte zeitgleich die Belegschaft. Das Signal war klar: Die Kinder sollen den langjährigen Branchenprimus mit Hilfe eines Insolvenzplans sanieren, nicht der Vater. Das von Schlecker angestrebte Verfahren in Eigenverwaltung muss das Gericht aber noch genehmigen. Allerdings steht der vorläufige Insolvenzverwalter Geiwitz "der Familienlösung offen und positiv gegenüber".

Nach einer Einigung mit den wichtigsten Gläubigern wie Henkel, Beiersdorf und Unilever hat Schlecker den Betrieb wieder aufgenommen. Im Rahmen der Sanierung sollen von den 6000 Filialen einige Hundert unprofitable geschlossen werden. Um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen, steht auch das Auslandsgeschäft zur Disposition. Zudem gibt es erste Gespräche mit potenziellen Investoren.

Kirsten Ludowig
Kirsten Ludowig
Handelsblatt / Stellvertretende Ressortleiterin Unternehmen & Märkte

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  • Wer sagt denn, dass die Kinder besser wirtschaften können?

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