Insolvente Drogeriekette
Das bittere Finale der Schlecker-Pleite

Am Mittwoch sitzen die Schlecker-Mitarbeiter zum letzten Mal an der Kasse. Dann schließen die Läden der insolventen Drogeriemarktkette. Die Beschäftigten sind ab Anfang kommender Woche freigestellt.
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EhingenDie Tage der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker sind gezählt. Die 13 200 Mitarbeiter sind von kommenden Montag an freigestellt und erhalten später ihre Kündigungen. Das teilte die Insolvenzverwaltung am Montag mit. Die 2800 Schlecker-Filialen in Deutschland schließen bereits an diesem Mittwoch. Um den letzten Resteverkauf noch einmal anzukurbeln, erhöhte das Unternehmen zu Wochenbeginn die Rabatte auf 90 Prozent. Viele Regale sind aber bereits leer. Um die Zukunft der Töchter IhrPlatz und Schlecker XL wird dagegen weiter gerungen.

Deutschlands zweitgrößte Drogeriekette Rossmann hat allerdings kein Interesse mehr an einer Übernahme von Filialen des insolventen Konkurrenten. Anders sieht es bei dm aus: Die Karlsruher haben sich zahlreiche Märkte der Schlecker-Tochter IhrPlatz ausgeguckt.

In den Schlecker-Läden gehen indes am Mittwochnachmittag um 15.00 Uhr die letzten Lichter aus. „Danach wird nur noch aufgeräumt“, sagte ein Schlecker-Sprecher am Montag. Zwei Tage nach der Schließung der Märkte geht Post an die Belegschaft heraus: Sie werden von dem kommenden Montag an freigestellt, wie die Insolvenzverwaltung mitteilte.

An diesem Mittwoch und Donnerstag werde zudem der Gesamtbetriebsrat von Schlecker zusammenkommen, um Einzelheiten der Kündigungen zu besprechen. Im Juli sollen dann die Kündigungen an die Mitarbeiter verschickt werden, hieß es weiter. Bereits Ende März hatten im Zuge der Insolvenz 11 000 Schlecker-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz versucht derzeit, neben den Auslandsgesellschaften und den Töchtern auch einzelne Schlecker-Filialen zu verkaufen. Rossmann winkt nach anfänglichem Interesse an 80 Filialen des einstigen Rivalen aus Ehingen (Baden-Württemberg) aber ab. „Das Kapitel ist für uns jetzt eigentlich abgeschlossen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. „Wir haben uns ja vor allem Standorte der Tochter IhrPlatz angeschaut. Weil es für die nun offensichtlich einen Investor gibt, tut sich auf dem Markt vermutlich nicht mehr viel.“

Interessant für Rossmann seien nur größere Läden in Innenstädten oder an Bahnhöfen gewesen, hieß es aus dem Unternehmen. Da die österreichische MTH Retail Group einen Kauf der Schlecker-Tochter IhrPlatz prüfe, sei der bisherige Schlecker-Ableger für Rossmann derzeit keine Option mehr zur Erweiterung des eigenen Netzes: „Was Schlecker betrifft, ist das Thema für uns eigentlich durch. Wir hatten auch nie Interesse an einem Einstieg bei Schlecker in einer größeren Dimension.“

Anders sieht es beim Konkurrenten dm aus, der hat bislang neun IhrPlatz-Filialen gekauft und will weitere übernehmen. „Wir sind nach wie vor an 80 IhrPlatz-Märkten interessiert“, sagte ein dm-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Karlsruhe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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