Insolvente Drogeriekette
Goldman Sachs kauft „Ihr Platz“

Die Investmentbank Goldman Sachs ist vom größten Kreditgeber der insolventen Drogeriekette„ Ihr Platz“ zum alleinigen Besitzer aufgestiegen.

HB DÜSSELDORF. Die Bank halte nach einer Übereinkunft mit der bisherigen Eigentümerfamilie Frömbling nun 100 Prozent an dem Unternehmen mit Sitz in Osnabrück, teilte „Ihr Platz“ am Donnerstag mit. Der Sprecher der Geschäftsführung, Sankar Krishnan, erklärte, er gehe davon aus, dass das Unternehmen „noch vor Weihnachten aus der Insolvenz heraus sein wird“. Alle Filialen der Kette arbeiteten bereits rentabel.

Ende Mai hatte das Handelsunternehmen wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Das Sanierungskonzept, durch das mehr als 700 der ursprünglich 8800 Stellen wegfallen und rund 80 der bislang 820 Geschäfte geschlossen werden, greife, hieß es weiter. „Wir haben die wesentlichen Probleme von 'Ihr Platz' inzwischen im Griff“, betonte Krishnan.

In Finanzkreisen wurde erwartet, dass das Institut die Beteiligung nicht nur als kurzfristiges Engagement betrachten wird. Vielmehr werde Goldman Sachs wohl den Weg des Unternehmens bis zur nachhaltigen Rückkehr in die Gewinnzone begleiten. Langfristig sei aber mit einem Verkauf zu rechnen.

Die Investmentbank Goldman Sachs hatte kurz nach Bekanntwerden der prekären Lage des Unternehmens mit einem so genannten Massekredit über 7,5 Mill. € frisches Geld in das Unternehmen gepumpt. Zu dem Zeitpunkt war die Bank bereits mit 122 Mill. € größter Kreditgeber. Mit der neuerlichen Geldspritze konnte „Ihr Platz “das Geschäft weiterführen. Schon damals hatte Goldman Sachs signalisiert, sich darüber hinaus engagieren zu wollen. Ein Sprecher hatte im Juni erklärt: „Wir haben uneingeschränkt Vertrauen in das Management und teilen dessen Erwartungen an das Sanierungskonzept.“ Aus dem Umfeld der Beteiligten hieß es zur gleichen Zeit, notfalls werde Goldman Sachs so viel Geld nachschießen, wie zum Erreichen des Turn-around benötigt werde.

Ihr Platz ist seit langem wirtschaftlich angeschlagen. Zu der Gruppe gehören derzeit 681 Filialen und 143 Franchise-Märkte. Der Filial- und Franchiseumsatz betrug im vergangenen Jahr etwa 700 Mill. €. Zugleich schrieb das Unternehmen nach eigenen Angaben aber deutlich rote Zahlen.

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