Insolvente Drogeriekette
Poker um Staatshilfe für Schlecker

Die Zeit drängt bei Schlecker. Wenn keine Transfergesellschaft auf die Beine gestellt werden kann, stehen knapp 12.000 Mitarbeiterinnen in wenigen Wochen vor dem Aus.
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Stuttgart/OberhofDie Gespräche über die Zukunft der insolventen Drogeriekette Schlecker in Oberhof sind ohne konkrete Ergebnisse vertagt worden. Die Beratungen der vergangenen Stunden zwischen dem Insolvenzverwalter, Vertretern des Schlecker-Betriebsrates und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hätten keine Durchbrüche gebracht, sagten der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und der baden-württembergische ver.di-Landesfachbereichsleiter Handel, Bernhard Franke, am Abend. Das sei bei der komplexen Sachlage allerdings auch nicht zu erwarten gewesen, hieß es. Beide Seiten bezeichneten die Gespräche als schwierig, aber konstruktiv.

Es wird knapp: Sollte keine staatliche Finanzspritze für eine Transfergesellschaft kommen, könnte das Investoren für die insolvente Drogeriekette abschrecken, warnte Geiwitz am Dienstag in Stuttgart. „Das müsste ich dann akzeptieren“, sagte er am Dienstag in Stuttgart. Doch hoffe er, die Politik ermögliche einen Kredit oder eine Bürgschaft. Rund 12.000 Schlecker-Frauen stünden nach Ansicht der Gewerkschaft Verdi sonst vor dem Nichts.

Dabei ist Geiwitz die Unterstützung der baden-württembergischen Landesregierung sicher. Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) will sich mit dem Nein zu einem KfW-Kredit für eine Schlecker-Transfergesellschaft nicht abfinden. „Wir fordern Herrn Rösler auf, endlich zu begreifen, dass es hier um viele, viele tausend Beschäftigte geht“, sagte Schmid in Stuttgart an die Adresse von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Er wolle auch nochmals mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen darüber sprechen.

Landesförderbanken könnten die Transfergesellschaft nicht ohne weiteres finanzieren, daher bleibe der KfW-Kredit „der Königsweg“. Nächste Woche wollten sich auch die Bundesländer nochmals koordinieren. Die nötigen rund 70 Millionen Euro kann Schlecker laut Geiwitz innerhalb eines halben Jahres, für das eine solche Gesellschaft gedacht wäre, zurückzahlen. Notfalls funktioniere sein Schlecker-Rettungskonzept aber auch ohne eine Transfergesellschaft, sagte der Insolvenzverwalter.

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Ohne Transfergesellschaft sind noch mehr Jobs gefährdet

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  • Gefordert scheinen insgesamt eher unternehmerisch phantasievolle Lösungen auch im Sinne der Mitarbeiter, als der Versuch, den Staat beim Hedge-Management einspannen zu wollen, um ein "weiter so" zu ermöglichen.
    Wozu das seinerzeit geführt hatte in der Vergangenheit kann man sehr gut am Ruhrgebiet studieren.
    Es wird für alle Beteiligten imao Zeit, nach vorne zu denken und diese unschöne, insgesamt jedoch absehbare Situation, zu einer zukunftsweisenden Lösung zu führen.

    In so einem Zusammenhang könnte man fast auch schon wieder über Geld nachdenken.

  • "...kritisierte, dass die Politik eher Männer- als Frauenarbeitsplätze unterstütze. Schlecker sei auch der Lackmus-Test dafür, wie viel der öffentlichen Hand Dienstleistungsarbeitsplätze wert seien."
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    Niemand wird bezweifeln können, dass Schlecker sich nicht gerade gegen (fast)prekäre Arbeitsverhältnisse gestemmt hatte, abgesehen von den kaum anders als prekär zu nennenden Arbeitsbedingungen. Sowas zu einem "Lackmustest" zu proklamieren, noch zumal völlig offensteht, ob sich an den Arbeitsbedingungen im Hause wg. Gewöhnungseffekten überhaupt generell überhaupt etwas ändern wird, angefangen vom Lohnniveau bis hin zu den internen Strukturen in Sachen HR, das kann man nur als erstaunlich bezeichnen.
    Indes, der Ruf nach staatlichen Mitteln für ein Unternehmen, das nachgeradezu nichtzuletzt wg. erwiesener schwerer Führungsfehler ins Straucheln geraten ist (gehen wir mal davon aus), liegt nahe: er zeigt indes auch, dass jederlei unternehmerisches Bewußtsein aus den Augen geraten zu sein scheint.
    Bevor überhaupt an eine zweifellos attraktive Lösung im Sinne einer Transfergesellschaft oder TA gedacht werden sollte, sollte ersteinmal geklärt werden, ob denn Anne Anstrengungen hinsichtlich einer weitestgehend sozialverträglichen Lösung in dieser Causa überhaupt ausgeschöpft worden sind. dazu würde auch gehören, den Mitbewerbermarkt dahingehend zu prüfen, denn der Bestand an attraktiven POS in teilweise idealen Laufgegenden zeigt, daß hier vermutlich lediglich Managementfehler abgefedert sollen, auf Kosten der MA in Form einer zwar naheliegenden Abwicklungsoption, die den 12.000 indes wenig bis garnicht helfen wird, sondern eher befürchten läßt, das aufgrund der temporären Überschwemmungssituation das Marktgefüge noch weiter belasten werden.

  • Wozu brauchen wir Schlecker? Die Rolle von Schlecker werden andere Unternehmen einnehmen.

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