Insolvente Drogeriekette
Schlecker-Beschäftigte zum Verzicht bereit

Nach Gesprächen über einen Beitrag zur Schlecker-Sanierung haben sich die Beschäftigten der Drogeriekette bereit erklärt, Einschnitte zur Senkung der Personalkosten hinzunehmen - allerdings unter bestimmten Bedingungen.
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DüsseldorfDie Beschäftigten der insolventen Drogeriekette Schlecker sind unter Bedingungen zu Gesprächen über einen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens bereit. Dies sei das Ergebnis einer Sitzung der Verdi-Tarifkommission, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit. Die Gewerkschaft geht damit auf Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zu, der nach der Entlassung von rund 10.000 Schlecker-Mitarbeitern Einschnitte bei den verbliebenen rund 16.000 Beschäftigten gefordert hatte. Den Vorschlag von Geiwitz, die Personalkosten über einen Zeitraum von drei Jahren um 15 Prozent zu senken, kritisierte Verdi aber als überzogen. Am Donnerstag wollen Beschäftigte und Insolvenzverwalter weiter über mögliche Sanierungsbeiträge verhandeln.

Die Beschäftigten hätten ihre Verhandlungsbereitschaft mit der „Erfüllung unverzichtbarer Voraussetzungen“ verknüpft, teilte die Gewerkschaft mit. Geiwitz müsse Verdi und den Beschäftigten „die nötigen Informationen sowohl über die aktuelle wirtschaftliche Lage des Unternehmens als auch über ein nachvollziehbares Fortführungskonzept und Informationen über die potenziellen Investoren zur Verfügung stellen“, forderte Verdi- Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Gesicherte Informationen seien notwendig, wenn es darum gehe, eine verlässliche Einschätzung zu den Zukunftsperspektiven von Schlecker zu machen. Geiwitz will bis Pfingsten einen Investor für Schlecker finden.

Mit einem Sanierungstrafivertrag hatten die Beschäftigten etwa auch einen Beitrag geleistet, den Warenhauskonzern Karstadt aus der Insolvenz zu führen. Das Essener Unternehmen war 2010 vom Investor Nicolas Berggruen übernommen worden. Der Sanierungstarifvertrag dort läuft noch bis August.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Insolvente Drogeriekette: Schlecker-Beschäftigte zum Verzicht bereit"

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  • Verdi hat vergessen,daß es eine Gewerkschaft der Arbeitnehmer ist.Die wollen nur ihre A... retten,deßhalb helfen die dem "Gierwitz und Co"Die Presse sollte endlich mal beginnen bei denen rum zu schnüffeln.Somit hätten wir auch mal Aufklärung.Von denen kommt nix und unser Geld wird einfach um 25%im März einbehalten

  • ist verdi jetzt bei schlecker angestellt? oder wer hat zugestimmt?
    die MAs sind jedenfalls nicht befragt worden!!!!!!!!!!!!!!!!
    haben alles seit 2009 gewusst und stecken unter einer decke mit dem unternehmen.
    es gibt belege dafür!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Eine Mitgliederbefragung und Mitarbeiterbefragung wird selbstverständlich durchgeführt. Hier handelt es sich lediglich um die Erklärung, dass Bereitschaft besteht einen Beitrag zu leisten, über den dann natürlich Mitarbeiter (Verdianer) auch mitbestimmen sollen und dürfen. Die Gewerkschaft selbst ist nicht Schuld an der Insolvenz oder am Missmanagement, da läuft irgendetwas falsch . Die Schuldigen sitzen in Ehingen in der Zentrale oder jetzt beim Insov. Ver.di darf jetzt lediglich versuchen, den Schaden so klein wie möglich zu halten. Ver.di hat auch nicht gekündigt, kein Gehalt bezahlt, Schulden gemacht,................etc.

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