Insolvente Drogeriekette
„Schlecker“-Kinder scheitern mit 160-Millionen-Forderung

Nicht nur viele Schlecker-Gläubiger, auch die Kinder des Konzerngründers könnten nach der Insolvenz tatsächlich leer ausgehen. Der Insolvenzverwalter hat Millionen-Forderungen von Lars und Meike Schlecker zurückgewiesen.
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Ehingen/DüsseldorfViel Geld gibt es für die Schlecker-Gläubiger nach der Pleite des einstigen Drogerieriesen nicht zu holen – auch die Kinder des Unternehmensgründers, Lars und Meike Schlecker, könnten leer ausgehen. Der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz habe ihre Forderungen in Höhe von mehr als 160 Millionen Euro nicht anerkannt, berichtet die „Wirtschaftswoche“ in ihrer neuen Ausgabe unter Berufung auf einen Anwalt der Familie.

Unterdessen werde weiterhin wegen möglicher Insolvenzvergehen ermittelt. Auch eine Zahlung des Schlecker-Konzerns an das private Logistikunternehmen LDG von Lars und Meike Schlecker sei Gegenstand des Verfahrens, schreibt die Zeitung. Demnach habe der Konzern drei Tage vor Anmeldung der Insolvenz sieben Millionen Euro an die LDG überwiesen. Dabei habe es sich offenbar um eine Teilrückzahlung eines Kredits gehandelt.

Die meisten der rund 22 000 Gläubiger der Drogeriekette Schlecker werden nach Einschätzung von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz wohl leer ausgehen. „Viel Geld werden sie nicht bekommen. Es ist für viele Gläubiger sicher eine Enttäuschung, aber mehr ist nicht drin“, sagte Geiwitz der „Wirtschaftswoche“. Der Insolvenzverwalter der Schlecker-Tochter IhrPlatz, Werner Schneider, ergänzte: „Bei IhrPlatz sieht es etwas besser aus, aber auch hier ist eine Aussage zur Quotenhöhe noch nicht möglich.“ Die Summe aller Gläubigerforderungen übersteigt nach früheren Angaben eine Milliarde Euro.

Geiwitz kündigte erneut an, unrechtmäßig übertragene Gelder von Firmenchef Anton Schlecker „rigoros“ zurückzufordern. „Es geht um eine Reihe von Vermögensübertragungen an Familienangehörige in den vergangenen Jahren“, sagte er. Dabei drehe es sich um Summen in Millionenhöhe. „Ich mache keine Angaben zur strafrechtlichen Relevanz, aber einige Immobilien oder die entsprechenden Gegenwerte sind eindeutig zurückzugeben.“ Zudem gebe es „strittige Dinge“, die sich für einen Vergleich eigneten. „Sofern es keine Einigung gibt, müssen sich Gerichte damit befassen.“

Wenn insolvenzrechtlich etwas zur Vermögensmasse gehört, sind wir verpflichtet, es uns zu holen, erklärte Schneider. „Wir können dem Schuldner aber nicht unters Kopfkissen gucken.“ Geiwitz stellte klar: „Ich verteidige Anton Schlecker nicht.“ Und weiter: „Er war sicher beratungsresistent. Aber wenn man frühere Vermögenswerte betrachtet, hat er das meiste Geld durch die Insolvenz verloren.“ Schlecker habe darüber hinaus sehr viel Geld in die Firma gesteckt, als es schon bergab ging. „So viel Unternehmertum muss man erst einmal zeigen.“

Einige der Schlecker-Eigenmarken würden nach der Pleite weitergeführt, sagte Geiwitz. Einen Käufer aus der Tabakbranche gebe es für die Zigaretten-Eigenmarke Commodore. Die meisten der 12 000 Schlecker-Mitarbeiter im Ausland seien bereits untergebracht. „Aber einzelne Auslandstöchter müssen wir noch verkaufen. Wir sind mit einem Investor in exklusiven Verhandlungen über das Spanien-Geschäft, und ich bin zuversichtlich, dass wir im Herbst eine Lösung präsentieren können.“ Für die Versandapotheke Vitalsana gebe es mehrere Interessenten. „Da bin ich ebenfalls optimistisch, dass wir in den kommenden Wochen eine Lösung haben.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Insolvente Drogeriekette: „Schlecker“-Kinder scheitern mit 160-Millionen-Forderung"

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  • Erst müssen die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter entschädigt werden. Erst die unteren Einkommen und zum Schluss die Manager!

  • Wieso läuft eigentlich der ganze Clan noch frei rum?

    Statt Villa in Ehingen als Wohnsitz wäre da doch die Burg auf dem Hohenasperg angesagt!

  • Le chemin des poésies.

    Une rime
    éphémère quand
    le chant du
    matin dessine
    le sourire
    des chansons
    désolées.

    Francesco Sinibaldi

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