Insolvente Drogeriekette
Schlecker soll eine Zukunft haben

Die Bemühungen um die Zukunft von Schlecker kommen auf Touren. Der Insolvenzverwalter will die Drogeriekette für einen neuen Investor fit machen. Die Gewerkschaft Verdi bringt eine Mitarbeiter-Beteiligung ins Gespräch.
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Ehingen/Ulm/Stuttgart/FrankfurtDie insolvente Drogerie-Kette Schlecker sucht einen starken Investor. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zeigte am Donnerstag Zuversicht, dass die Sanierung gelingen könnte. Es müsse zwar noch mit Arbeitnehmern, Vermietern und Lieferanten verhandelt werden. „Aber wir sind doch alle der Meinung, dass wir die Voraussetzungen geschaffen haben, dass Schlecker diese Zukunft hat“, sagte Geiwitz am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. Nach Angaben eines Schlecker-Sprechers liefen Verhandlungen auf Hochtouren, von April an verlustfrei arbeiten zu können.

Bei der Suche nach einem Investor wird der Insolvenzverwalter von der Bank Rothschild unterstützt. Einen entsprechenden Bericht der „Lebensmittel Zeitung“ wollte eine Sprecherin des Bankhauses am Donnerstag in Frankfurt nicht kommentieren - nach dpa-Informationen ist er korrekt.

Geiwitz hatte am Mittwoch drastische Einschnitte beim Konzern aus dem schwäbischen Ehingen angekündigt. Rund 2400 Filialen werden geschlossen, knapp 12.000 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Er peilt an, bis Ende März das Sanierungskonzept - inklusive des Stellenabbaus und der Filialschließungen - geregelt zu haben.Schlecker-Gesamtbetriebsratschefin

Christel Hoffmann zeigte sich in einem Gespräch mit der dpa enttäuscht. Sie habe keinen Anruf, keine E-Mail, gar keine Reaktion auf die harten Einschnitte bekommen. „Es geht um die Schicksale von tausenden Bundesbürgerinnen“, erklärte Hoffmann. Denen habe die Nachricht, dass rund 12.000 Arbeitsplätze wegfallen, „den Boden unter den Füßen weggezogen.“

Alle Pläne von Geiwitz stehen unter dem Vorbehalt, dass der zuständige Ulmer Amtsrichter Benjamin Webel zustimmt. Er sagte, der Insolvenzverwalter müsse ihm noch das Gutachten über Schlecker vorlegen. „Erst wenn das vorliegt, kann ich über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens entscheiden.“ Das werde spätestens am 1. April eröffnet. Er habe einen Gläubigerbeirat berufen, der bereits in den vergangenen Wochen Geiwitz' Arbeit begleitet und kontrolliert habe.

Geiwitz erklärte, die Auswahl der Läden, die geschlossen werden sollen, sei schwer gewesen. Auch „das Resultat von 12.000 Entlassungen ist bitter genug“, betonte er. Doch könne kein Unternehmen dauerhaft mit Verlusten leben. Hinzu komme die bisher fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Schlecker brauche auch ein anderes Sortiment. „Das wird der Kunde merken, in den nächsten Wochen und Monaten“, so Geiwitz.

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