Insolvente Ferienfluglinie

Lauda bietet erneut für Niki

Das Werben um die Ferienfluglinie Niki geht in die nächste Runde: Ex-Rennfahrer Niki Lauda prüft ein höheres Gebot für das insolvente Unternehmen. Auch Condor wird sich den Fall wohl erneut anschauen.
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Der ehemalige Formel 1-Fahrer wird ein Angebot für die insolvente Ferienfluglinie Niki abgeben. Quelle: dpa
Niki Lauda

Der ehemalige Formel 1-Fahrer wird ein Angebot für die insolvente Ferienfluglinie Niki abgeben.

(Foto: dpa)

Wien/DüsseldorfChaos pur rund um die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki. Nachdem im zweiten Anlauf alles auf einen Verkauf wesentlicher Teile der Airline an die britisch-spanische IAG hingedeutet hat, ist nun wieder alles offen. Firmengründer Niki Lauda bereitet ein neues Angebot vor. „Ich werde selbstverständlich ein Angebot bis zum 19. Januar für Niki abgeben. Dieses Angebot mache ich wie beim letzten Mal allein“, sagte der frühere Rennfahrer dem Handelsblatt.

„Ob ich mein Angebot erhöhen werde, kann ich noch nicht sagen, da ich erst einmal sämtliche Unterlagen überprüfen muss“, sagte Lauda weiter. Auch die zum Reisekonzern Thomas Cook gehörende Condor wird sich den Fall noch mal genau anschauen, so ist zu hören. Ob die Ferienfluggesellschaft ebenfalls noch einmal ins Bieterrennen einsteigt, ist aber offen. Zudem könnte der Rivale Tuifly erneut bieten.

Möglich ist die dritte Bieterrunde – in der ersten hatte Lufthansa wegen kartellrechtlicher Bedenken einen Rückzieher gemacht –, weil das Landesgericht im österreichischen Korneuburg am Freitag vergangener Woche ein neues Hauptinsolvenzverfahren für Niki eröffnet hat. Der Plan des deutschen Verwalters Lucas Flö‧ther, in Österreich lediglich ein Sekundärinsolvenzverfahren für die österreichischen Firmenteile zu starten, das Hauptverfahren aber wie bisher in Deutschland zu belassen, ist damit vorerst gescheitert. Die Richter in Österreich erheben Anspruch auf das komplette Verfahren.

Die neu berufene Verwalterin Ulla Reisch will alle Angebote prüfen und mit dem von Flöther ausgehandelten Kaufvertrag mit IAG und deren Billig‧ableger Vueling vergleichen. Bis zum 19. Januar haben Interessenten Zeit, ihr Angebot abzugeben. Berechtigt sind nach dem Gerichtsbeschluss aber nur diejenigen, die in der zweiten Runde der IAG unterlegen waren.

Dahinter steht wohl die Hoffnung, dass man doch noch ein besseres Angebot für die komplette Airline Niki mit ihren 1.000 Mitarbeitern und rund 20 Flugzeugen bekommen wird. IAG will nur Vermögenswerte – konkret 17 der angemieteten Flugzeuge und Start- und Landerechte sowie 740 Mitarbeiter – übernehmen. Doch in der Branche ist man skeptisch, ob das gelingt. Lauda etwa soll zuletzt weniger als die IAG geboten haben und zudem keine Jobgarantie geben.

Dennoch gibt sich Lauda zuversichtlich: „Das Insolvenzverfahren ist endlich dort, wo es von Anfang an hingehören sollte, nämlich in Österreich. Ich bedauere, dass so viel Zeit mit dem Umweg über Deutschland verschwendet wurde.“ Auf Rückenwind durch die österreichische Politik setzt Lauda bei seinem erneuten Kaufangebot nicht. Allerdings gilt der österreichische Unternehmer als Unterstützer des konservativen Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP).

Damit ist eine Situation entstanden, die das europäische Insolvenzrecht eigentlich vermeiden will: Es gibt sowohl in Österreich als auch in Deutschland ein Hauptinsolvenzverfahren. Auslöser des Gerangels um die Zuständigkeit war eine Klage des Fluggastrechteportals Fairplane. Das Landgericht Berlin hatte daraufhin das Verfahren nach Österreich verwiesen. Dagegen hatte Niki aber Rechtsbeschwerde vor dem Bundesgerichtshof eingelegt, eine Entscheidung steht hier noch aus. In den Augen der Richter in Korneuburg hat diese allerdings keine aufschiebende Wirkung.

Gleichzeitig drängt aber die Zeit. Die Fluggesellschaft IAG will Mitte Februar den Ticketverkauf starten und Ende März mit Niki abheben. Dafür ist ein Minimalbetrieb notwendig, für den IAG 16,5 Millionen Euro bereithält. Doch laut Flöther reicht das Geld nur für wenige Wochen.

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