Insolvente Rennstrecke
Nürburgring-Investor sorgt für Kritik

Ein russischer Investor hat sich am Nürburgring eingekauft. Die rot-grüne Landesregierung wünschte sich einst einen Mittelständler – der ist aber nun ausgestiegen. Die CDU bläst deshalb zur Attacke.
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Nürburg Der neue russische Investor am Nürburgring hat bei der CDU in Rheinland-Pfalz schwere Bedenken ausgelöst. „Es war Volkseigentum, jetzt haben wir einen russischen Oligarchen dort“, sagte Oppositionschefin Julia Klöckner (CDU) am Freitag in Mainz. „Jetzt hat man just dem die Tür geöffnet, dem man ja eigentlich bei dem Erstverkauf (...) gesagt hatte, den wollen wir nicht.“

Die Nürburgring-Sanierer hatten mit der rot-grünen Landesregierung im März den mittelständischen Autozulieferer Capricorn als Ring-Käufer präsentiert. Der ist nun als Geldgeber ausgestiegen. Die Anteile übernahm eine Holding, zu der auch der russische Investor und Pharmaunternehmer Viktor Charitonin gehört.

Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) hatte erst im vergangenen Jahr gesagt, es sei nicht erwünscht, dass etwa ein Oligarch aus Russland oder dem Nahen Osten sich eine private Rennstrecke kaufe. Doch bisher geht Lewentz nicht von Nachteilen aus. „Ich hoffe, dass dahinter keine Heuschrecken-Mentalität steckt“, sagte er in St. Goarshausen der Nachrichtenagentur dpa. „Alles spricht im Moment dagegen.“ Der Geldgeber habe Millionen in die Hand genommen und daher wohl ein echtes Interesse an der Rennstrecke. Nun müsse ihm eine Chance gegeben werden.

Seit 2013 gilt ein Landesgesetz, mit dem der öffentliche Zugang zur Rennstrecke etwa für den Breitensport gesichert wird. Der Koalitionspartner der SPD befürchtet mit dem neuen Investor keine Nachteile für die Öffentlichkeit. Das Landesgesetz „gilt, unabhängig davon, wer den Nürburgring besitzt, wer ihn betreibt oder wer dort investiert“, sagte Grünen-Landtagsfraktionschef Daniel Köbler.

Charitonin ist nach Angaben der Nürburgring-Sanierer an der NR Holding beteiligt, die zwei Drittel an der Besitzgesellschaft übernommen hat. Damit ist eine drohende Stilllegung des Rings vom Tisch. Der Investor stieg ein, kurz bevor an diesem Freitag eine zweite Kaufpreisrate von fünf Millionen Euro fällig geworden wäre. Der neue Anteilseigner habe diese Rate und eine weitere für Dezember schon bezahlt, hieß es.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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