Insolventes Versandhaus
Quelle-Rettung kann noch scheitern

Der Bund lässt den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer bei der Rettung des Versandhauses Quelle auflaufen. Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium erklärten am Mittwoch übereinstimmend, man habe sich noch nicht auf die Gewährung eines 50-Millionen-Euro-Kredits für das Versandhaus verständig.

BERLIN/DÜSSELDORF. Das zum insolventen Arcandor-Konzern gehörende Versandhaus Quelle muss weiter um den Druck seines nächsten Katalogs bangen. Auslöser für die Unsicherheit ist ein massiver Streit zwischen der Bundesregierung und dem Land Bayern, in dem Quelle seinen Sitz hat.

Nach einer Sitzung des Bürgschaftsausschusses des Bundes, an der auch Vertreter der bayerischen Landesregierung teilgenommen hatten, hieß es von bayerischer Seite, die Gewährung des rettenden Massekredits über 50 Mio. Euro für den Druck des Katalogs sei beschlossene Sache. Doch Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium widersprachen am Abend übereinstimmend dieser Darstellung.

Es sei nicht abschließend entschieden, ob man Quelle den Kredit gewähren könne, hieß es Mittwochabend aus den beiden Bundesministerien. Die öffentliche Darstellung der bayerischen Seite, es gehe allenfalls noch um die Klärung technischer Details, sei falsch. Nach wie vor fehle es an Sicherheiten, hieß es in den Berliner Ministerien. Es würden voraussichtlich noch einige Tage vergehen, ehe man den Fall abschließend beurteilen könne.

Quelle läuft die Zeit davon. Der Druck des Kataloges hat für das Versandhaus Priorität, da sich ohne den neuen Katalog das Geschäft nicht fortführen lässt. Der Massekredit im Volumen von 50 Mio. Euro soll von dem Bund und den Bundesländern Bayern und Sachsen kommen.

Am frühen Abend hatte der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) erklärt, es gebe die grundsätzliche Einigung auf einen rettenden Massekredit. Mit einer solchen Notfinanzierung sollen insolvente Unternehmen vorläufig stabilisiert werden (siehe Kasten). Es stehe fest, dass das Unternehmen weiter arbeiten könne, sagte Fahrenschon. Allerdings müssten noch Kreditbedingungen und Rückzahlungsmodalitäten geklärt werden. Dabei gehe es nur noch um ein "nacharbeiten".

Die bayerische Staatskanzlei kündigte bereits an, der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) werde am heutigen Vormittag das Quelle-Vertriebszentrum in Nürnberg besuchen und dort ein erstes Exemplar des neuen Quelle-Katalogs in Empfang nehmen.

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