Insolvenz
Arcandor muss zerlegt werden

Arcandor ist als Ganzes nicht überlebensfähig, die einzelnen Teile aber schon. So lautet kurz gefasst die Analyse des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg. Karstadt und Quelle haben also eine Zukunft. Aber die fordert ihre Opfer. Allein bei der Arcandor-Tochtern Primondo, also im Wesentlichen bei Quelle, fallen 3 700 Stellen weg.

HB NÜRNBERG. Beim insolventen Versandhandelskonzern Primondo fällt in den nächsten Monaten gut ein Drittel der Arbeitsplätze weg. Bis Januar müssten 3700 der rund 10 500 Stellen gestrichen werden, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Donnerstag in Nürnberg. Die defizitären 109 Quelle Technik-Center sollen in Kürze geschlossen werden. Die Zahl der Quelle-Shops werde von 1450 auf rund 1000 reduziert.

Quelle soll aber fortgeführt werden. Die Resonanz der Interessenten sei laut Görg sogar „besser als erwartet“. Das Unternehmen habe realistische Möglichkeiten, sich durch eine Sanierung im Insolvenzverfahren als europäischer Marktführer im Homeshopping aufzustellen, erklärte Görg laut Mitteilung. Insgesamt könnten 6400 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Allerdings hänge die Fortführung des Versandhändlers am seidenen Faden. Die Finanzierung des Unternehmens über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. September hinaus sei nicht gesichert, warnte Klaus Hubert Görg. Die Quelle-Hausbank Valovis biete zu ungünstige Konditionen für die Vorfinanzierung der Kundenforderungen von Quelle.

Görg sagte, diese dürfe nicht mehr als doppelt so teuer werden als vor der Insolvenz. Derzeit liege das Angebot deutlich darüber. „Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf“, sagte er. Sein Sprecher fügte hinzu, wenn es bis zum 9. September keine Einigung über einen Factoring-Vertrag mit Valovis gebe, „dann müssen wir ganz andere Szenarien rechnen“. Von der Bank war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Auch beim Arcandor-Schwesterkonzern Karstadt stünden dem Personal drastische Einschnitte bevor. 19 der 126 Waren- und Sporthäuser stünden zur Disposition; ihre Fortführungsperpektive müsse nochmals geprüft werden. Für die Sanierung von Karstadt strebt Görg ein Insolvenzplanverfahren an. „Diese Operation wird Schmerzen bereiten“, erklärte er. Ziel sei es, so viele Warenhäuser wie möglich zu erhalten. Personalanpassungen seien aber unumgänglich.

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