Insolvenz
Arcandor verliert den Glauben an die Rettung

Bis Samstag gibt sich Arcandor noch Zeit, um einen rettenden Investor zu finden. Doch die Hoffnung ist inzwischen sehr klein geworden. Man bastelt bereits an Lösungen für den schlimmsten aller Fälle.

cs/HB ESSEN. Das Handelsunternehmen Arcandor steht unmittelbar vor der Zerschlagung. Knapp drei Wochen vor der erwarteten Eröffnung des Insolvenzverfahrens teilte der Konzern am Mittwoch mit, der Vorstand werde die Suche nach einem Investor für die Arcandor AG am 15. August beenden.

Die Chancen, einen Ankerinvestor zu finden, der die Fortführung des Konzerns ermöglicht, würden als äußerst gering gesehen, hieß es zur Begründung. Der Fokus liege jetzt auf der Investorensuche für die Handelssegmente im Konzern, Karstadt und Primondo, teilte das Unternehmen in Essen mit.

Damit könnte eine Übernahme der Kaufhaussparte Karstadt durch den Konkurrenten Kaufhof näher rücken. Der will 60 der 90 Häuser übernehmen. Auch an den Karstadt-Sporthäusern gab es schon Interessenten. In der Sparte Versandhandel (Primondo) gab es zuletzt nur für einige Teile Interessenten. Die Tourismustochter Thomas Cook ist von der Insolvenz nicht direkt betroffen.

Vergangene Woche hatte sich bereits die Touristiktochter Thomas Cook faktisch aus dem Unternehmen verabschiedet. Damit geht der letzte Etragsbringer des Konzerns komplett in die Hände der Gläubiger über. Wie es in Bankenkreisen heißt, hat die Bayerische Landesbank die letzten 8,9 Prozent von Arcandors Thomas-Cook-Aktien auf ein eigenes Treuhanddepot umgebucht. „Wir haben nun keine Möglichkeit mehr, auf die Zukunft von Thomas Cook Einfluss zu nehmen“, bestätigte ein Arcandor-Sprecher.

Mit der Ausgliederung des einzigen Ertragsbringers schwinden die Chancen für den Essener Konzern, dass es wie vorgesehen am 1. September zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens kommt. Stimmen im Unternehmen warnen bereits davor, dass der Amtsrichter stattdessen mangels Masse die Aktendeckel schließen könnte. Denn auch ein finanzkräftiger Investor für Arcandor, um den sich Konzernchef Karl-Gerhard Eick bemüht, scheint nicht in Sicht. Der Konzern mit ehemals 19 Mrd. Euro Umsatz und 50 000 Mitarbeitern würde dann in den Folgemonaten abgewickelt und komplett dicht gemacht.

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