Insolvenz beantragt
Arnolds steht vor dem Aus

Am Mittwoch war aufgeflogen, dass beim Essener Sicherheitsdienst Arnolds Gelder verschwunden sind. Die Geschäftsführer stehen im Verdacht, Millionen veruntreut zu haben. Daraufhin flüchteten die Kunden – vor allem Banken und Einzelhändler. Arnolds hat nun Insolvenz angemeldet. Geschädigte und Mitarbeiter müssen zittern.

HB ESSEN. Der Insolvenzantrag ging am Freitag beim Essener Amtsgericht ein, wie eine Justizsprecherin bestätigte. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter sei bestellt worden, sagte der Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Lothar Grüll. Das Essener Geldtransportunternehmen habe nach Bekanntwerden des Falls einen Großteil seiner Aufträge an Konkurrenzfirmen verloren. Der Insolvenzverwalter werde das Unternehmen nun genau unter die Lupe nehmen und dann entscheiden, ob und welche Teile des Unternehmens gerettet werden können. Mit einer offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens sei dann vielleicht schon im Laufe der kommenden Woche zu rechnen, sagte Grüll.

Zwei geschäftsführende Gesellschafter waren am Dienstag freiwillig bei der Essener Staatsanwaltschaft erschienen und hatten gestanden, dass seit dem Jahr 2001 ein Fehlbetrag von rund 18,5 Mill. Euro entstanden sei. Sie waren damit einer unmittelbar bevorstehenden Durchsuchung der Geschäftsräume zuvorgekommen. Später wurde ein dritter Manager verhaftet.

Bereits seit dem Jahr 2001 seien immer wieder Kundengelder zum Stopfen bestehender Lücken im Unternehmen genutzt worden, sagte der Essener Oberstaatsanwalt Willi Kassenböhmer. Welche Kunden dadurch geschädigt wurden, werde noch ermittelt. Für ihren privaten Lebensunterhalt hätten die unauffällig lebenden Manager dagegen vermutlich kein Geld entnommen.

Nach einem Bericht des „Westfalen-Blatts“ (Freitagausgabe) soll sich der Versicherer des Unternehmens weigern, den entstandenen Schaden zu übernehmen, da beim Abschluss der Police im Jahr 2005 schon bestehende Fehlbeträge nicht angegeben worden seien. Nach Informationen der Zeitung soll es sich bei der Versicherung um die zum Lloyds-Konzern gehörende Kölner Catlin GmbH handeln. Das Unternehmen war auf Anfrage nicht zu einer Stellungnahme bereit.

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